Fast zwei Monate nach dem Sieg von Musiker Gil Ofarim in der RTL-Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ äußert sich der Sender nun deutlich selbstkritisch. Die Teilnahme des 43-Jährigen war schon vor dem Start stark umstritten.
Während der Staffel wurde das Thema rund um den Davidstern-Skandal mehrfach aufgegriffen – im Camp ebenso wie in Reaktionen des Publikums. Gerade deshalb stand RTL in der Kritik, Aussagen des Musikers nicht konsequent genug einzuordnen.
RTL-Chef Stephan Schmitter räumt Versäumnisse ein
In einem Interview mit „DWDL“ , hat RTL-Deutschland-CEO Stephan Schmitter erklärt, dass der Sender die Berichterstattung intern aufgearbeitet habe. „Natürlich haben wir das intern reflektiert“, so Schmitter.
Zum einen lobte er das Team in Australien dafür, viele Passagen sauber verarbeitet zu haben. Gleichzeitig machte er aber klar, dass es einzelne Momente gegeben habe, in denen pikante Aussagen in der Livesendung nicht direkt eingeordnet wurden. Genau an diesen Stellen hätte die Redaktion aus Köln früher handeln müssen.
Gil Ofarims Aussagen wurden nicht sofort eingeordnet
Besonders kritisch gesehen wurde, dass Gil Ofarim in der Sendung erneut Zweifel an den damaligen Videoaufnahmen aus dem Hotel andeutete. Diese Aufnahmen galten im Verfahren als wichtiger Baustein zur Entlastung des beschuldigten Mitarbeiters.
Schmitter sagte dazu, es wäre rückblickend richtiger gewesen, Fakten unmittelbar in der Livesendung klarzustellen und nicht erst später in der Nachbesprechung. Auch eine einfache Bauchbinde mit Informationen wäre aus seiner Sicht sinnvoll gewesen. Damit bestätigt RTL einen Vorwurf, der den Sender seit der Ausstrahlung begleitet.
Der Fall Gil Ofarim belastet RTL bis heute
Der Ursprung des Falls reicht ins Jahr 2021 zurück. Damals hatte Ofarim öffentlich erklärt, in einem Leipziger Hotel antisemitisch behandelt worden zu sein. Diese Vorwürfe konnten jedoch nie belegt werden. Später wurde Anklage erhoben.
Im November 2023 räumte der Musiker vor Gericht ein, das der Vorfall so nicht stattgefunden habe. Das Verfahren wurde anschließend gegen Geldauflage eingestellt, ohne Urteil. Dass das Thema nun erneut so präsent wurde, hat die Diskussion um den Umgang des Senders mit seiner Show-Teilnahme weiter verschärft.