Kurz vor dem Start der neuen Staffel von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ steht das Dschungelcamp so stark im Kreuzfeuer wie selten zuvor. Grund ist die Teilnahme von Musiker Gil Ofarim, die in den sozialen Netzwerken heftige Reaktionen auslöst. Während sich viele Fans über den prominent besetzten Cast mit Samira Yavuz, Hardy Krüger Jr. oder Mirja du Mont freuen, dominiert ein Thema: die TV-Rückkehr Ofarims nach dem Skandal von 2021. Zahlreiche User kündigen in Kommentaren einen Boykott an und werfen RTL vor, mit dieser Personalie eine rote Linie zu überschreiten.

Gil Ofarim spricht von „Weiterentwicklung“

In einem von RTL veröffentlichten Einspieler stellt sich Gil Ofarim selbst den Erwartungen des Publikums. „Ich kann mir letztendlich wahnsinnig viele Gedanken machen oder mich verrückt machen“, erklärt der Sänger. „Aber letztendlich entscheiden es die Leute immer selber. Und das ist auch richtig so. Ich kann nur ich selber sein.“

Er wirkt nachdenklich, senkt den Blick und beschreibt, wie sich sein Leben in den Jahren abseits der großen Bühne verändert habe. „Die Zeit, die Jahre, die ich, sagen wir, von der Bildfläche weg war, hat sich vieles geändert in meinem Leben. Ich habe mich auch weiterentwickelt.“ Wie diese Entwicklung im Camp wahrgenommen wird, sollen die Zuschauer beurteilen, so der Tenor des Clips.

RTL reagiert auf Boykottaufrufe im Netz

Unter den Instagram-Posts des Senders sammeln sich tausende Kommentare, in denen Nutzer ihrem Ärger Luft machen. „Das war's für mich für immer. Eine Sendung, die Ofarim eine Bühne gibt, ist für mich tot“, schreibt etwa ein User. Ein anderer kommentiert: „Ich bin wegen Gil so was von raus! Auch Reality-TV muss ethische Grenzen haben. Gil ist meine Grenze!“

RTL lässt diese Kritik nicht unkommentiert. „Gil Ofarim hat sich für seine falschen Anschuldigungen juristisch verantwortet. Sein Weg umfasst mehr als die damaligen Ereignisse. Wie er heute mit seiner Vergangenheit umgeht, sehen wir ab dem 23. Januar“, so die Antwort des Senders auf Instagram.

Der „Davidstern“-Skandal und seine Folgen

Der Schatten der sogenannten „Davidstern-Affäre“ von 2021 begleitet Ofarim weiterhin. Im November 2023 musste er sich vor dem Landgericht Leipzig verantworten. Am sechsten Verhandlungstag räumte der Musiker ein, die antisemitische Beleidigung durch einen Hotelmitarbeiter erfunden zu haben. Er entschuldigte sich bei dem Betroffenen, der die Entschuldigung annahm. Das Verfahren wurde eingestellt, unter der Auflage, dass Ofarim jeweils 5.000 Euro an die Jüdische Gemeinde zu Leipzig sowie an die Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz zahlt und Schmerzensgeld an den Hotelangestellten leistet. Trotz dieser juristischen Klärung bleibt die öffentliche Meinung gespalten.

Starker Cast – und ein Kandidat im Fokus

Neben Gil Ofarim zieht eine ganze Reihe weiterer Reality- und TV-Gesichter in das Camp ein. Mirja du Mont, Simone Ballack, Hardy Krüger Jr. und Stephen Dürr gehören ebenso dazu wie Nicole Belstler-Boettcher, Patrick Romer und Hubert Fella. Ergänzt wird die Runde von den Reality-TV-Persönlichkeiten Ariel Hediger, Umut Tekin, Samira Yavuz und Eva Benetatou.

Der Sender setzt damit auf eine Mischung aus bekannten TV-Gesichtern und polarisierenden Persönlichkeiten. Ob die kritischen Stimmen im Netz am Ende tatsächlich zu sinkenden Quoten führen oder die Neugier überwiegt, wird sich zum Staffelstart zeigen.