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Jeanette Biedermann über das Ende von Ewig: „Jörg und ich sind in ein tiefes Loch gefallen“

Jeanette Biedermann hat 2019 ihr Album „DNA“ veröffentlicht
18. Oktober 2019 - 12:01 Uhr / Tina Männling

Für Jeanette Biedermann ist dieses Jahr ein großer Umbruch. Ihre Band Ewig hat sich vorerst aufgelöst, nun macht die Sängerin solo Musik und hat ihr neues Album „DNA“ herausgebracht. „Promipool“ verriet sie, wie sich die Trennung von Ewig anfühlte, und wie es im nächsten Jahr für sie weitergeht.  

Zusammen mit ihrem Mann Jörg Weißelberg (51) und dem Bassisten Christian Bömkes (38) war Jeanette Biedermann (39) seit 2012 als Ewig musikalisch unterwegs. 2019 löste sich die Band vorläufig auf. Inzwischen hat Jeanette ihr erstes Soloalbum seit zehn Jahren veröffentlicht und ist bei der diesjährigen „Sing meinen Song“-Staffel aufgetreten. 

Jeanette Biedermann ist musikalisch jetzt solo unterwegs

Mit „Promipool“ sprach Jeanette Biedermann nicht nur über die Zeit nach der Bandauflösung, sondern auch über ihre zukünftigen Projekte. Dabei verriet Jeanette auch, ob sie Lust hat, wieder einmal in einer Castingshow als Jurymitglied dabei zu sein. 

„Promipool“: Hallo Jeanette, dieses Jahr hat Ewig bekanntgegeben, erst einmal keine Musik mehr herauszubringen. Wie kam es dazu? 

Jeanette Biedermann: Christian, unser drittes Bandmitglied, ist in unserer Bandgeschichte zweifacher Vater geworden. Er hat gesagt, er möchte sich einfach um seine Kinder kümmern und ihnen beim Aufwachsen zusehen. Er kann sich das einfach nicht mehr vorstellen, auf der Bühne zu stehen und die ganze Zeit weg zu sein und hat jetzt erst einmal dem Bühnenleben den Rücken gekehrt. Das heißt, dass Ewig erst einmal auf Eis liegt.  

Ist denn noch ein Comeback von Ewig geplant? 

Es gibt immer die Chance, dass man vielleicht noch mal eine Ewig-Platte macht, wenn die Kinder ein bisschen größer sind. Aber die Entscheidung konnte ich jetzt natürlich verstehen, auch, wenn sie total wehgetan hat, weil natürlich erst einmal eine Ära zu Ende ging.  

Wie hat sich das für dich und deinen Mann angefühlt? 

Jörg und ich sind erst einmal in so ein tiefes Loch gefallen, aus dem man sich dann erst einmal langsam wieder rausgeholt hat. Irgendwann war ich alleine Theater spielen, Jörg hat sich mit Arbeit zugeschüttet, aus der Verletzung heraus. Wir haben keine Musik mehr gemacht. Aber dann dachte ich, ich kann ja ohne Musik nicht leben. Und dann habe ich gesagt, wenn es jetzt musikalisch weitergehen soll, muss es aus dir alleine kommen. 

Dann hast du angefangen, Songs zu schreiben? 

Der erste Song, der entstanden ist, ist „Solotrip“, das ist der letzte Song auf der Platte. Er hat wirklich einen Knoten gelöst und dann explodierte alles raus. Ich kam nach Hause mit diesen Songs und habe Jörg total angesteckt. So kam es erstmal, dass überhaupt Lieder entstanden sind. Da war aber noch nicht die Rede von einer Platte.  

Wie kam es denn dann zu dem Album? 

Als „Sing meinen Song“ kam, habe ich gedacht: „Ok, wir haben tolle Songs, lass uns eine Platte machen, damit die Leute, die schon so lange warten, etwas konsumieren können.“ 

Hat „Sing meinen Song“ dich musikalisch beeinflusst? 

Ja, also musikalisch in dem Sinne, dass ich da sehr mein Naturell wieder gefühlt habe und das hat mich für die Produktion meiner Platte inspiriert. Aber vor allem haben mir die Kollegen so viel Selbstbewusstsein und Kraft gegeben. Wenn man eine Zeit lang unter Gleichgesinnten ist und dann merkt, dass man so viele Gemeinsamkeiten hat und dass man mit den gleichen Dingen zu kämpfen hat, das gibt einem unglaublich viel Kraft.  

„Sing meinen Song“ 2019

Wird es denn auch Duette von dir und den anderen „Sing meinen Song“-Teilnehmern geben? 

Ja, das kann passieren. Wir besuchen einander alle bei den Konzerten und singen sozusagen immer wieder Duette gemeinsam. Ich glaube, früher oder später - es haben alle natürlich gerade viel zu tun - kann ich mir das gut vorstellen, dass man mal einen Song zusammen schreibt.  

Du warst ja schon einmal bei einer anderen Musikshow dabei, nämlich bei „Star Search“. Möchtest du mal wieder bei einer Castingshow in der Jury sitzen? 

Es muss die richtige sein. Ich finde immer, es ist total wichtig, dass den Leuten eine Chance gegeben wird. Wovon ich nichts halte, ist, von diesem öffentlichen Zurschaustellen und sich über die Leute lustig machen. Es gibt ja eine gewisse Castingshow, die das intensiv betreibt. Dann gibt es eine, die qualitativ sehr hochwertig ist, zu der Leute hingehen, die wirklich etwas können und auch gefördert und gut behandelt werden.  

Sollte dich diese Castingshow also nächstes Jahr anfragen, wärst du da dabei? 

Vielleicht, mal sehen. Es kommt immer auf den Zeitplan an. Es ist eine absolute Zeitfrage, weil mein Jahr ganz schön voll ist.  

Stimmt, du gehst ja auf Tournee. Freust du dich schon? 

Ja, ich freue mich total, das wird ganz toll. Das wird wie so eine Zeitreise. Ich werde natürlich auch alte Jeanette Songs spielen, auch in Versionen, die ich heute empfinde. Ich werde auch Songs von Ewig spielen und die ganz neuen Songs. Die Leute, die ich schon seit 20 Jahren kenne, werden voll in Erinnerung schwelgen und wir machen alles zusammen durch. Und die neuen Leute können mal sehen, wie das alles begonnen hat. Aber die Geschichten bleiben gleich. 

Vielen Dank für das Gespräch!