Das Treffen von König Charles mit Prinz Harry, Herzogin Meghan und den Kindern Archie und Lilibet hat in Großbritannien viele Fragen ausgelöst. Während der Monarch seine Familie in Highgrove House empfing, bleibt das Verhältnis zwischen William und seinem jüngeren Bruder angespannt.
Der künftige König soll zwar nachvollziehen können, warum sein Vater den Kontakt gesucht hat, selbst will er derzeit aber keinen Schritt auf Harry zugehen. Gerade dieser Unterschied zeigt, wie verschieden Charles und William auf die familiäre Krise innerhalb der Royals blicken.
Prinz William versteht Charles, zieht aber klare Grenzen
Wie „Page Six“ berichtet, geht Royal-Expertin Kinsey Schofield davon aus, dass William die Entscheidung seines Vaters wohl nachvollziehen kann. Besonders mit Blick auf Charles’ Krebserkrankung sei verständlich, dass ein Vater seinen Sohn und seine Enkel sehen möchte.
Für William gehe es jedoch um mehr als ein familiäres Wiedersehen. Schofield erklärte: „Prinz William versteht wahrscheinlich, warum sein Vater das getan hat, auch wenn er es selbst nicht so gemacht hätte.“ Damit wird deutlich, dass Mitgefühl und Misstrauen hier nebeneinander bestehen.
Vertrauen bleibt für den Thronfolger der Knackpunkt
Noch deutlicher wurde Schofield bei der Frage, warum eine Annäherung zwischen den Brüdern ausbleibt. „In seinen Augen war die Frage nie, ob Harry zur Familie gehört, sondern ob man ihm vertrauen kann“, sagte sie laut „Page Six“.
Genau darin liege Williams Priorität: der Schutz der Monarchie, die er eines Tages übernehmen wird. Ein einzelnes Treffen in Highgrove ändere daran nichts. Schofield betonte zudem, dass Charles eher an sein Vermächtnis denken könne, während William langfristig auf die Stabilität der Krone achten müsse.
Highgrove-Treffen mit Harry, Meghan und den Kindern
Am Freitag bestätigte der Buckingham-Palast das private Familientreffen in Highgrove House. Dort kamen Charles und Königin Camilla mit Harry, Meghan, Prinz Archie und Prinzessin Lilibet zusammen. Für Charles war es das erste Wiedersehen mit seinen Enkeln seit vier Jahren. Bilder des Treffens wurden nicht veröffentlicht.
Harry war zunächst allein nach Großbritannien gereist, nachdem ihm keine staatlich finanzierte Sicherheit gewährt worden war. Später folgten Meghan und die Kinder, öffentliche Auftritte der Familie waren jedoch nicht vorgesehen.
Öffentliche Termine zeigen die Distanz der Brüder
Wie tief die Entfremdung reicht, zeigte sich auch während des Aufenthalts im Vereinigten Königreich. William und Harry absolvierten am selben Tag getrennte Termine nur wenige Meilen voneinander entfernt. William besuchte die London Welsh School, während Harry bei einer Veranstaltung der Invictus Games Foundation im Chatham House sprach.
Der Konflikt zwischen den Brüdern schwelt seit Jahren und wurde durch Harrys Memoiren „Reserve“ weiter verschärft. Darin schilderte er unter anderem, William habe Meghan als „schwierig“, „unhöflich“ und „harsch“ bezeichnet und ihn bei einem Streit zu Boden gestoßen.