Mit zehn Jahren steht Prinzessin Charlotte bereits im Licht der Weltöffentlichkeit – und damit mitten in der Tradition des britischen Königshauses. Während ihre Eltern, Thronfolger Prinz William und Prinzessin Kate, versuchen, ihren Kindern einen möglichst normalen Alltag zu ermöglichen, gelten für Charlotte dennoch feste Vorgaben. Das höfische Training beginnt früh: Von der Art zu grüßen bis zur Haltung auf dem Stuhl wird vieles bewusst eingeübt. So wächst die junge Prinzessin Schritt für Schritt in eine Rolle hinein, von der sie erst nach und nach das ganze Ausmaß verstehen wird.
Prinzessin Charlotte lernt Knicks vor der Queen
Respekt vor der Monarchin bzw. dem Monarchen gehört zu den wichtigsten Grundsätzen im Palast. Royale Kinder lernen normalerweise ab etwa fünf Jahren, der Queen einen Knicks oder dem König eine Verbeugung zu machen. Für Charlotte bedeutete das schon im Kindergartenalter, ihrer Urgroßmutter – liebevoll „Gan Gan“ genannt – korrekt zu begegnen. Später wird sie ihrem Großvater König Charles und eines Tages auch ihrem Vater Prinz William diese Ehrerbietung zeigen. Und sollte ihr Bruder Prinz George eines Tages den Thron übernehmen, gehört auch ihm dieser formelle Gruß. Hinter der zarten Geste steckt ein klares Signal: Rangordnung und Tradition haben im Königshaus einen festen Platz.
Perfekter Royal-Wave und gepflegte Auftritte
Auch das Winken ist bei den Royals mehr als nur eine spontane Geste. Es gibt eine festgelegte, elegante Handbewegung, die besonders von den weiblichen Mitgliedern der Familie erwartet wird. Charlotte hat diese Art des Grußes bereits bei öffentlichen Auftritten gezeigt – kontrolliert, freundlich und ohne übertriebene Gestik. Ebenso streng ist der Dresscode: Haare ordentlich, Kleidung sauber und „smart“ kombiniert. Schon als Kleinkind trug Charlotte häufig klassische Kleider mit passenden Schuhen und Haarspangen. Diese sorgfältige Erscheinung soll nicht nur hübsch aussehen, sondern vor allem Disziplin, Respekt und Verlässlichkeit symbolisieren – Werte, die im britischen Königshaus hochgehalten werden.
Kleine Gastgeberin im Kensington Palace
Ein weiterer Teil ihres Rollenverständnisses: das höfliche Empfangen von Gästen. Von royalen Kindern wird erwartet, dass sie sich höflich und aufmerksam zeigen, wenn Besucher in den Palast kommen – insbesondere wichtige Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft. Charlotte soll schon früh gelernt haben, Gäste mit Tee und kleinen Leckereien zu begrüßen, wenn sie ihre Eltern im Apartment im Kensington Palace besuchen. Hinter diesen scheinbar spielerischen Aufgaben steckt ein ernstes Training: Die Prinzessin wird darauf vorbereitet, eines Tages bei Empfängen und Staatsbesuchen selbstverständlich an der Seite ihrer Familie aufzutreten und sich sicher im Protokoll zu bewegen.
Fremdsprachen, Sitzhaltung und strenge Tischmanieren
Zur höfischen Ausbildung gehören auch Sprachen und Körperhaltung. Charlotte lernt bereits seit früher Kindheit Spanisch – eine Fähigkeit, die ihr bei künftigen Reisen und offiziellen Terminen helfen soll. Zudem wird sie mit der sogenannten „Duchess Slant“ vertraut gemacht: Die Knie bleiben geschlossen, die Beine leicht zur Seite geneigt, die Knöchel dürfen dezent gekreuzt werden. Diese Sitzhaltung gilt als besonders elegant und angemessen für royale Frauen. Dazu kommen strenge Tischmanieren und feste Regeln bei offiziellen Mahlzeiten. Während andere Kinder noch unbeschwert am Familientisch sitzen, wächst Charlotte in eine Welt hinein, in der selbst die Art, wie sie auf dem Stuhl sitzt oder das Besteck hält, Teil ihrer späteren Aufgabe ist.