Barbra Streisand wird 84 – und bleibt eine Ausnahmeerscheinung, die Hollywood, Broadway und die Popmusik seit mehr als sechs Jahrzehnten prägt. Zum Geburtstag der US-Ikone lohnt der Blick auf eine Karriere, die von „Funny Girl“ über „The Way We Were“ bis zu ihrem viel beachteten Oscar-Auftritt 2026 reicht.
Der Weg aus Brooklyn zur Weltkarriere
Geboren wurde Barbra Streisand am 24. April 1942 in Brooklyn, New York. Schon früh zog es sie auf die Bühne, ihr Broadway-Debüt folgte 1961. Der große Durchbruch kam wenige Jahre später mit „Funny Girl“: Zunächst triumphierte sie in der Bühnenfassung, dann auch in der Verfilmung von 1968. Für ihre Rolle als Fanny Brice gewann sie 1969 den Oscar als beste Hauptdarstellerin. Damit war klar, dass hier keine gewöhnliche Karriere begann, sondern die einer Künstlerin, die als Sängerin, Schauspielerin und später auch als Regisseurin Maßstäbe setzen würde.
„The Way We Were“ wurde zu ihrem Markenzeichen
Zu Streisands größten Filmerfolgen zählt „The Way We Were“ aus dem Jahr 1973 an der Seite von Robert Redford. Der Titelsong wurde weltweit zu einem ihrer bekanntesten Stücke und gewann 1974 den Oscar für den besten Originalsong. Noch heute ist der Film für viele die „klassische Liebesgeschichte“, als die Streisand ihn selbst beschrieben hat. Auch musikalisch schrieb sie Geschichte: Hits wie „Woman in Love“ und Alben wie „Guilty“ aus dem Jahr 1980 machten sie zu einer der prägenden Stimmen ihrer Zeit. Hinzu kamen weitere Oscar-Erfolge, etwa für „Evergreen (Love Theme from A Star Is Born).“
Regisseurin, Produzentin, Ausnahmefrau
Barbra Streisand blieb nie auf ein Fach beschränkt. Mit „Yentl“ schrieb sie 1983 Filmgeschichte: Sie war die erste Frau, die bei einem großen Spielfilm Regie führte, produzierte, das Drehbuch mitschrieb und zugleich die Hauptrolle spielte. Für diese Leistung erhielt sie den Golden Globe für die beste Regie – ebenfalls als erste Frau. Dazu kommen zwei Oscars, fünf Emmys, zehn Grammys, ein Tony Award, elf Golden Globes und drei Peabody Awards. Streisand gehört damit zum kleinen Kreis der EGOT-Gewinner. Ihr Name steht bis heute für künstlerische Kontrolle, Ehrgeiz und einen sehr eigenen Stil.
Bewegender Oscar-Auftritt und neues Album
2026 rückte Streisand erneut in den Mittelpunkt der Filmwelt. Bei der 98. Oscarverleihung ehrte sie im In-Memoriam-Segment ihren verstorbenen Co-Star Robert Redford und sang „The Way We Were“. Zuvor erinnerte sie an die gemeinsame Arbeit und sagte laut Rolling Stone: „Als ich das erste Drehbuch von ‚The Way We Were‘ las, konnte ich mir für die Rolle des Hubbell Gardiner nur einen einzigen Mann vorstellen: Robert Redford.“ Sie nannte den Film eine Geschichte aus einer „dunklen Zeit unserer Geschichte“ und würdigte Redfords Haltung auch abseits der Leinwand.
Parallel bleibt Streisand musikalisch präsent. Ihr Album „The Secret Of Life: Partners, Volume Two“ erschien 2025 mit Duetten unter anderem mit Paul McCartney, Ariana Grande, Josh Groban, Laufey und Hozier. Das Werk wurde, wie BroadwayWorld berichtet, 2026 für den Grammy als bestes traditionelles Pop-Vocal-Album nominiert.
Mit 84 bleibt Barbra Streisand eine Institution
Neue Tourneen oder große Shows sind derzeit nicht bestätigt, doch Streisand muss niemandem mehr etwas beweisen. Sie engagiert sich weiter philanthropisch, etwa über das Barbra Streisand Institute an der UCLA, und zeigt mit jedem seltenen öffentlichen Auftritt, welche Strahlkraft ihr Name noch immer besitzt. Zum 84. Geburtstag steht deshalb weniger Nostalgie im Vordergrund als die erstaunliche Gegenwart einer Frau, die in sechs aufeinanderfolgenden Jahrzehnten Nummer-eins-Alben in den USA hatte – und auch 2026 noch kulturelle Ereignisse prägt.