Prinz Harry verbrachte während seines Großbritannien-Aufenthalts mehrere Stunden im Birmingham Children’s Hospital und nahm sich dort Zeit für Mitarbeitende, Angehörige und junge Patienten. Anlass war das 20-jährige Bestehen des WellChild-Pflegeprogramms. Der 41-Jährige sprach mit Familien über ihren Alltag und würdigte die Arbeit der Pflegekräfte.
Der Termin fiel in eine für Harry angespannte Woche. Nach seiner Niederlage vor Gericht und dem Unterkunfts-Chaos rund um den Buckingham Palast, war der Prinz ziemlich entspannt und überraschte ausgerechnet mit Worten über seinen Bruder.
Prinz Harry trifft den zwölfjährigen Alec Hill
Besonders nahbar wurde der Besuch im Gespräch mit Alec Hill. Der Zwölfjährige lebt mit einer seltenen Chromosomenveränderung, einer seltenen Erkrankung des Immunsystems und sitzt nach einer Hirnschädigung im Rollstuhl. Gemeinsam mit seinen Eltern Kelly und Stuart Hill sprach er mit Harry über Fußball, wie Royal-Experte Tom Sykes in „The Royalist“ berichtet.
„Früher war ich Arsenal-Fan. Welchen Verein unterstützt du?“, fragte Prinz Harry den Jugen. Als Alec erklärte, Aston Villa zu unterstützen, folgte der Satz, der viele Beobachter aufhorchen ließ: „Aston Villa, mein Bruder unterstützt Aston Villa.“
Gerade weil Harry und Prinz William öffentlich fast nie Worte übereinander verlieren, bekam diese Bemerkung besonderes Gewicht.
Prinz William wird in Birmingham plötzlich Thema
Der kurze Verweis auf seinen älteren Bruder wirkte deshalb so bemerkenswert, weil das Verhältnis der beiden seit Jahren als belastet gilt. Gemeinsame Auftritte sind selten geworden, und auch bei aktuellen Terminen in Großbritannien gehen beide getrennte Wege. Der Satz fiel beiläufig, hatte aber eine Wirkung, die weit über das Fußballthema hinausreichte.
Prinz William absolviert Termin fern von Harry
Während Harry in Birmingham Kinder und Familien traf, nahm William in Sussex einen eigenen Termin wahr. Der Prinz von Wales scheint die Ankunft seines jüngeren Bruders im Land dabei komplett zu ignorieren - zumindest öffentlich - und setzte sein Programm unbeirrt fort.
Dort traf er unter anderem lokale Fischer, war auf einem Boot unterwegs und zeigte sich entspannt bei Gesprächen vor Ort. Das Bild zweier Brüder, die zeitgleich in demselben Land auftreten und doch komplett getrennt bleiben, unterstreicht, wie groß die Distanz zwischen ihnen weiterhin ist.
Gemeinsamer Moment nach der Queen bleibt Ausnahme
Seit Jahren gilt das Verhältnis der Brüder als angespannt. Als einer der wenigen Momente des Miteinanders bleibt vielen ihr gemeinsamer Auftritt nach dem Tod von Königin Elisabeth II. in Windsor in Erinnerung, damals zusammen mit ihren Ehefrauen. Eine dauerhafte Annäherung ist daraus bislang nicht entstanden.
Obwohl Harry noch einige Tage in Großbritannien bleiben soll, gilt ein Treffen mit William derzeit als unwahrscheinlich. Gerade deshalb bekam sein kurzer Satz im Krankenhaus so viel Bedeutung: Er fiel nicht auf einer großen Bühne, sondern in einem persönlichen Gespräch mit einem Jungen, dem Fußball Freude macht.