Prinz Harry hat in einem neuen Video-Kurs mit dem Titel „Redefining Grief: Building Resilience Through Loss“ (zu dt.: „Trauer neu definieren: Resilienz durch Verlust aufbauen“) sehr offen über die Folgen seines Rückzugs aus dem Königshaus gesprochen. Der 42-Jährige schilderte, wie ihn der Umzug nach Kanada Ende 2019 psychisch aus dem Gleichgewicht brachte.

Gemeinsam mit Neurowissenschaftlerin Mary-Frances O’Connor sprach der Herzog von Sussex über Trauer, Stress und alte Verletzungen. Im Mittelpunkt standen nicht nur die Monate nach dem Royal-Rückzug, sondern auch der frühe Tod seiner Mutter Diana. 

Prinz Harry schilderte den Einbruch in Kanada

Nach dem Abschied aus Großbritannien zog Harry mit Meghan und dem damals noch kleinen Archie nach Vancouver Island. Kurz darauf veröffentlichte das Paar im Januar 2020 seine Erklärung zum Rückzug als arbeitende Royals.

Über die Zeit in Kanada sagte Harry: „Schon zwei oder drei Tage, nachdem ich diese stressige Umgebung verlassen hatte, erlebte ich einen Adrenalinabfall, wie ich ihn noch nie zuvor gespürt hatte.“ Und weiter „Ich rutschte tatsächlich für etwa zwei Wochen in eine Depression und hatte das Gefühl, ohne Adrenalin nicht mehr funktionieren zu können.“ Zuvor habe er nach dem Verlassen des belastenden Umfelds einen starken Abfall gespürt. Im Haushalt sei er damals nach eigener Schilderung kaum zu gebrauchen gewesen.

Diana blieb für Harry über Jahre ein offener Schmerz

Im Kurs sprach der Prinz auch über den Tod seiner Mutter Diana, die 1997 bei einem Autounfall in Paris starb. Harry war damals zwölf Jahre alt. Er sagte, er habe fast zwei Jahrzehnte lang nicht geweint und seine Gefühle lange verdrängt. Dazu kam Schuld beim Gedanken, selbst glücklich zu sein. Erst eine Therapie veränderte seinen Blick auf die Trauer. „Was ich herausfand, war, dass sie einfach wollte, dass ich glücklich bin“, so Harry. Er beschrieb, dass er früher glaubte, Traurigkeit sei ein Zeichen von Treue.

Militärdienst und Panikattacken rückten in den Fokus

Prinz Harry verband seine psychischen Belastungen auch mit späteren Erfahrungen. Er schilderte, dass ihn der Dienst beim Militär lange abgelenkt habe und nach seinem Afghanistan-Einsatz 2013 alte Traumata wieder hochkamen. In dem Kurs berichtete er von Panikattacken auf dem Weg zur Arbeit und sogar beim Anziehen eines Hemdes, wenn sich der Kragen eng anfühlte. Auch bei öffentlichen Terminen habe er starke Anspannung erlebt. Der Kurs wurde im Sommer in Kalifornien aufgenommen und erscheint rund um den Weltgesundheitstag am 10. Oktober 2026.

Eine Familienregel bestimmt heute Harrys Alltag

Heute richtet Harry seinen Alltag nach einer klaren Grenze aus. Für Reisen und Termine gilt für ihn, nicht länger als zehn Tage von Meghan, Archie und Lilibet getrennt zu sein. Diese Regel nannte er selbst als festen Maßstab für sein Familienleben. Im August 2026 waren Harry und Meghan zudem wieder in England. Der Aufenthalt weckte Erinnerungen an den früheren Umzug nach Kanada, der für ihn keine Erleichterung brachte, sondern eine Phase, über die er erst jetzt so ausführlich sprach.

Quellen: „Redefining Grief: Building Resilience Through Loss“, Kurier, Bild, KI-unterstützt