Das britische Königshaus steht vor einem heiklen Moment. Zwar genießen einzelne Mitglieder der Familie weiterhin viel Zuspruch, doch die Institution selbst verliert deutlich an Rückhalt. Eine aktuelle Erhebung zeigt, dass die Zustimmung zur Monarchie in Großbritannien so niedrig ausfällt wie nie seit Beginn der regelmäßigen Befragungen in den 1990er-Jahren.

Besonders auffällig ist dabei der Blick auf die Generationen: Während ältere Menschen den Royals klar die Treue halten, wächst bei vielen Jüngeren die Distanz. Genau dieser Unterschied dürfte für die Zukunft des Hauses Windsor entscheidend werden.

Ipsos meldet historischen Tiefstand für die Monarchie

Wie Web.de berichtet, stammt der neue Stimmungswert aus einer Ipsos-Umfrage vom März 2026, deren Ergebnis erst vor Kurzem veröffentlicht wurde. Demnach spricht sich nur noch eine knappe Mehrheit der befragten Britinnen und Briten ab 18 Jahren dafür aus, dass Großbritannien eine Monarchie bleiben soll. Damit wurde sogar der bisherige Tiefstand aus dem Jahr 2021 unterboten.

Der langfristige Durchschnitt lag über Jahrzehnte deutlich höher. Ipsos weist allerdings darauf hin, dass die Methodik der Erhebung im Sommer 2025 angepasst wurde, was den Vergleich mit früheren Werten etwas einordnet.

Junge Briten sehen die Royals deutlich kritischer

Besonders brisant ist der Blick auf die Altersgruppen. Unter den 18- bis 34-Jährigen unterstützt nur rund ein Drittel die Monarchie, während ein größerer Teil lieber eine Republik hätte. Auch ein beachtlicher Anteil zeigt sich unentschlossen.

In der mittleren Altersgruppe fällt die Zustimmung ebenfalls verhaltener aus als früher, wenn auch weniger drastisch. Ganz anders ist das Bild bei den Menschen ab 55 Jahren: Dort steht eine klare Mehrheit hinter dem Königshaus. Diese Entwicklung zeigt, wie stark die Zukunft der Royals von einem Generationenwechsel in der öffentlichen Meinung abhängen könnte.

König Charles III. erreicht solide, aber keine Spitzenwerte

Für König Charles III. (77) ist das Bild gemischt. Mit seiner Arbeit als Monarch zeigt sich eine Mehrheit der Befragten zufrieden, zugleich gibt es aber auch einen spürbaren Anteil an Kritik.

Besonders bemerkenswert ist der Vergleich mit seiner verstorbenen Mutter: König Elizabeth II. kam über viele Jahre hinweg auf deutlich bessere Zustimmungswerte. Laut Stern lag ihr Durchschnitt zwischen 1992 und 2022 klar über dem ihres Sohnes.

Das unterstreicht, wie schwer es für Charles bleibt, an die außergewöhnliche Bindung anzuknüpfen, die viele Britinnen und Briten zu Elizabeth aufgebaut hatten.

Prinz William liegt vor seinem Vater

Thronfolger Prinz William (44) schneidet in der Umfrage klar besser ab als sein Vater. Seine Arbeit wird von einer großen Mehrheit positiv bewertet, während nur ein kleinerer Teil ausdrücklich unzufrieden ist. Bemerkenswert ist außerdem, dass William selbst bei jüngeren Erwachsenen vergleichsweise gut ankommt. In den mittleren und älteren Altersgruppen steigt sein Zuspruch noch einmal deutlich.

Für das Königshaus ist das ein wichtiges Signal: Auch wenn die Institution an Rückhalt verliert, bleibt die persönliche Akzeptanz einzelner Royals hoch. Gerade William könnte damit zu einer zentralen Figur für die Stabilität der Monarchie werden.