Mit „Unsere kleine Farm“ prägte Schauspielerin Melissa Sue Anderson eine ganze TV-Generation. Als blinde Mary Ingalls rührte sie Millionen vor den Bildschirmen, während die Serie das Ideal eines einfachen Landlebens zeichnete. Mehr als fünf Jahrzehnte nach dem Start der Kultproduktion fragen sich viele Fans, wie es der einstigen Kinder- und Jugenddarstellerin heute geht. Melissa Sue Anderson hat ihrem früheren Alltag in Hollywood längst den Rücken gekehrt – und ein deutlich ruhigeres Kapitel aufgeschlagen.
Melissa Sue Andersons Weg nach „Unsere kleine Farm“
Bevor sie Mary Ingalls verkörperte, sammelte Melissa Sue Anderson erste Erfahrungen in kleineren TV-Rollen, ehe sie mit der Familienserie ihren Durchbruch als Teenager feierte. Ihre intensive Darstellung der erblindenden Farmerstochter brachte ihr mehrere Nominierungen als beste Hauptdarstellerin in einer Dramaserie ein. Rückblickend sagte sie 2010 im Gespräch mit „Pop Entertainment": „Ich habe Glück, dass es die Figur überhaupt gab, denn in den Büchern ist sie kaum vorhanden.“ Laura Ingalls Wilder habe vor allem die schönsten Momente mit anderen Figuren beschrieben – umso mehr freut sich Anderson bis heute, dass Produzenten ihr Talent erkannten und Mary im Drehbuch ausbauten.
Emmy-Gewinn und zahlreiche TV-Auftritte
Auch nach dem Ende von „Unsere kleine Farm“ blieb Anderson im Geschäft. 1979 erhielt sie für das Familiendrama „Which Mother Is Mine?“ einen Emmy Award meldet. Darin spielte sie ein 15-jähriges Mädchen, das im Wirrwarr von Adoption und Patchwork-Familie seinen Platz sucht – eine Rolle, die ihr weitere Türen in der Branche öffnete. Es folgten Auftritte in populären Formaten wie „Love Boat“, „Ab in die Ewigkeit“, „Hotel“ oder dem Katastrophenfilm „10.5 – Apocalypse“. An den enormen Serienerfolg ihrer Jugendjahre konnte sie allerdings nicht mehr anknüpfen. Ihren letzten größeren Part übernahm sie 2018 in der Krimikomödie „The Con Is On“ an der Seite von Uma Thurman, Tim Roth und Alice Eve.
Umzug nach Kanada und Fokus auf die Familie
Privat entschied sich Melissa Sue Anderson früh für Stabilität. 1990 heiratete sie den TV-Produzenten Michael Sloan, gemeinsam bekam das Paar Tochter Piper und Sohn Griffin. 2002 zog die Familie nach Montreal, 2007 wurden alle kanadische Staatsbürger. In einem Interview mit „E-Talk" erklärte Anderson ihren Rückzug aus Hollywood: „Ich habe mich wirklich für lange Zeit zurückgezogen. Das war für die Kinder, damit sie ein eigenes Gefühl dafür entwickeln, wer sie sind, statt immer nur mit mir in Verbindung gebracht zu werden.“ Die Schauspielerin stellte damit klar, dass für sie das Wohl ihrer Kinder über Glanz und Karrierechancen in der US-Unterhaltungsindustrie geht.
Memoiren und ausgewählte Rollen im neuen Lebensabschnitt
Ganz verabschiedet hat sich Melissa Sue Anderson von der Schauspielerei nicht. In den vergangenen Jahren übernahm sie kleinere Parts, die sich mit ihrem Familienleben vereinbaren ließen. Gleichzeitig setzte sie ein literarisches Zeichen: In ihren Memoiren „The Way I See It: A Look Back at My Life on Little House“ schildert sie offen die Dreharbeiten, den frühen Ruhm und den späteren Neuanfang in Kanada. Das Buch gibt Fans einen persönlichen Einblick in ihre Sicht auf die Kultserie und die Zeit danach, wie „allchronology.com" berichtet. Heute genießt die 63-Jährige ihr Leben abseits des großen Rampenlichts – mit gelegentlichen Projekten, viel Zeit für Sport und Kino und der Gewissheit, ihren eigenen Weg zwischen Karriere und Familie gefunden zu haben.
