Andrea Kiewel (61) setzte am Sonntag im „ZDF-Fernsehgarten“ auf einen Auftritt, der anders sein sollte als das übliche Musikprogramm. Unter dem Motto „Rock im Garten“ holte die Moderatorin den Berliner Aktionskünstler und Roboterbauer Kolja Kugler auf die Bühne. Mitgebracht hatte er seine „One Love Machine Band“.

Kolja Kugler baut seit Jahren an seinen Schrott-Robotern

Dabei handelt es sich um ein Ensemble aus Schrottteilen, mechanischen Figuren und kleinen Robotervögeln. Kiewel pries die Gruppe als „allercoolste Roboter-Band der Welt“ an und versprach Klänge, die es in der Sendung so noch nicht gegeben habe. Vor Ort gab es Applaus, doch vor den Bildschirmen setzte rasch heftige Kritik ein.

Schon die Vorstellung der Maschinen fiel ungewöhnlich aus. Kugler erklärte, ein Roboter bestehe aus alten Schwalbenteilen, einer Fernsehantenne und Flummis. Über seinen Schlagzeuger sagte er im „ZDF-Fernsehgarten“: „Ich weiß jetzt gar nicht, was ich sagen soll, außer dass er auch weiterspielt, wenn er seinen Kopf verliert.“

Auch die kleinen Vögel über der Bühne spielten eine Rolle. Kiewel verglich sie selbstironisch mit sich selbst, weil sie „dick“ seien und nicht fliegen könnten. Kugler nannte die Vögel seine Obsession und erklärte, er habe 15 Jahre an ihnen gearbeitet.

Andrea Kiewel feiert die Band, das Netz reagiert genervt

Während Kiewel den Auftritt als mutig und besonders einordnete, fiel die Reaktion im Netz deutlich kälter aus. Kaum begann die musikalische Kostprobe, häuften sich auf X spöttische Kommentare. Mehrere Zuschauer beschrieben den Klang als anstrengend, unfertig und chaotisch.

Besonders scharf fiel ein Satz aus, der in kurzer Zeit viel Zustimmung bekam: „Ton aus, das geht gar nicht.“ Andere verglichen das Geräusch mit einer klapprigen Dampflok oder einem Sack voller Instrumente auf einer Kellertreppe. Damit wurde aus dem Experiment für viele kein origineller TV-Moment, sondern ein echter Geduldstest.

„Rock im Garten“ wirkte für viele eher wie TV-Kuriosität

Nicht nur die Roboter-Band polarisierte. Auch das gesamte Motto der Ausgabe wurde kritisch gesehen. In einer Kritik auf web.de wurde beschrieben, dass zwischen Metal-Yoga, Hindernislauf, Moorbad und Kochsegment eher ein kurioses Sammelsurium als eine stimmige Rock-Sendung entstanden sei.

Andrea Kiewel trat dabei in einem schwarzen Sommer-Outfit auf, stieg aus einem Reisebus und zeigte zur Begrüßung die typische Metal-Geste. Musikalisch standen zwar mehrere Rock- und Metal-Acts auf der Bühne, doch das Rahmenprogramm wirkte auf viele eher wie eine lockere Show mit Rock-Dekor.

Roboter-Auftritt wird zum Symbol für den Ärger der Fans

Gerade deshalb blieb ausgerechnet Kuglers Band besonders hängen. Sie stand für den Versuch, dem Format einen schrägen, experimentellen Akzent zu geben. Kugler selbst nahm seine Konstruktionen mit Humor und sagte: „Es hilft, wenn eine Schraube locker ist“, so der Künstler im ZDF.

Doch dieser Witz passte am Ende fast zu gut zur Reaktion vieler Zuschauer. Was auf dem Lerchenberg als kreative Abwechslung gedacht war, wurde online zum Reizthema. Der Auftritt zeigte, wie weit Begeisterung im Studio und Frust am Bildschirm auseinanderliegen können.