Die 98. Academy Awards im Dolby Theatre in Los Angeles standen ganz im Zeichen kraftvoller Filmgeschichten und großer Namen. Satirischer Actionthriller, Vampir-Horror, Shakespeare-Drama und ein koreanischer Netflix-Hit prägten die glamouröse Nacht, die erneut von Moderator Conan O'Brien geleitet wurde.

Die über 10.000 Mitglieder der Academy of Motion Picture Arts and Sciences aus 88 Ländern sorgten für eine breite Mischung an Gewinnern, bei der sich Blockbuster, Arthouse-Produktionen und internationale Titel begegneten. Im Mittelpunkt standen starke Schauspielleistungen, ein historischer Kamerapreis und ein norwegisches Drama, das Filmgeschichte schrieb.

Paul Thomas Anderson feiert Mehrfachsieg mit „One Battle After Another“

Regisseur Paul Thomas Anderson präsentierte mit „One Battle After Another“ den großen Gewinner des Abends. Der satirische Actionthriller über militante linke Aktivisten in den USA, angeführt von selbstbewussten schwarzen Frauen, setzte sich in der Königskategorie Bester Film gegen starke Konkurrenz wie „Blood & Sinners“, „Hamnet“ und „Sentimental Value“ durch.

Anderson wurde zusätzlich als Bester Regisseur geehrt und holte mit seinem Team auch die Oscars für das Beste adaptierte Drehbuch, den Besten Schnitt, das Beste Casting sowie Sean Penns Auszeichnung als Bester Nebendarsteller. Damit avancierte der Film mit 6 Oscars zum umfassend prämierten Werk der Gala.

Michael B. Jordan und Jessie Buckley glänzen in Hauptrollen

Schauspieler und Regisseur Michael B. Jordan gewann seinen ersten Oscar als Bester Hauptdarsteller für seine intensive Doppelrolle im Vampir-Südstaatendrama „Blood & Sinners“ von Ryan Coogler. Der Film schrieb bereits vor der Preisverleihung Geschichte mit einer Rekordzahl an Nominierungen und wurde schließlich viermal ausgezeichnet, darunter auch für die Kameraarbeit.

Bei den Frauen setzte sich die irische Schauspielerin Jessie Buckley durch: Sie erhielt den Oscar als Beste Hauptdarstellerin für ihre Verkörperung von Agnes, der Ehefrau William Shakespeares, im Drama „Hamnet“. Nominiert waren außerdem Rose Byrne, Renate Reinsve, Emma Stone und Kate Hudson.

Historische Kamera-Auszeichnung und starker internationaler Film

Für ein historisches Moment sorgte Autumn Durald Arkapaw: Sie gewann als erste Frau überhaupt den Oscar für die Beste Kamera – und zugleich als erste Person of Color in dieser Kategorie. Ausgezeichnet wurde ihre Arbeit an „Sinners“, der visuell eindrucksvollen Erweiterung der Vampirwelt von „Blood & Sinners“.

International sorgte das norwegische Drama „Sentimental Value“ von Regisseur Joachim Trier für Jubel. Der Film holte den Oscar für den Besten internationalen Spielfilm und ist damit der erste norwegische Sieger nach sechs vorherigen Nominierungen. Zusätzlich war das Drama in mehreren Schauspielkategorien, für den Besten Film und die Beste Regie nominiert.

„KPop Demon Hunters“ und „Ein Nobody gegen Putin“ setzen Zeichen

Auch Animation und Dokumentarfilm standen im Fokus der Nacht. Der Netflix-Erfolg „KPop Demon Hunters“ gewann den Oscar als Bester Animationsfilm sowie die Auszeichnung für den Besten Song „Golden“. Regisseurin Maggie Kang nutzte ihre Dankesrede für ein emotionales Statement zur Repräsentation asiatischer Frauen: „Das ist für Korea und Koreaner überall“.

In der Dokumentarsparte triumphierte die deutsch-dänisch-britische Koproduktion „Ein Nobody gegen Putin“ als Bester Dokumentarfilm. Weitere wichtige Preise gingen an Amy Madigan als Beste Nebendarstellerin für den Horrorfilm „Weapons – Die Stunde des Verschwindens“ und an den politischen Dokumentar-Kurzfilm „All die leeren Zimmer“, während der animierte Kurzfilm „Das Mädchen, das Perlen weinte“ geehrt wurde.