Rettungssanitäterin Elli kämpft in „Einfach Elli“ im ZDF um Leben – und das vor imposanter Bergkulisse in Steinau im Karwendelgebirge. Für Schauspielerin Klara Deutschmann waren die Dreharbeiten gleich in mehrfacher Hinsicht eine Herausforderung: Sie spielt nicht nur Notfalleinsätze im Rettungsdienst, sondern muss das alles auch noch in echter Klinik-Atmosphäre und zwischen steilen Gipfeln meistern.
Während die Miniserie im TV „Der Bergdoktor“ ablöst, stellt sich eine Frage: Wo liegt dieses Steinau eigentlich – und wie echt ist die gezeigte Bergwelt wirklich?
Fiktiver Ort Steinau, echte Berglandschaft
Steinau im Karwendelgebirge ist eine reine Erfindung der Serienmacher – ähnlich wie das TV-Dorf Frühling aus der gleichnamigen ZDF-Reihe. Der Karwendel selbst existiert natürlich: Das Gebirge teilen sich Österreich und Deutschland, der größere Teil liegt auf österreichischer Seite.
Für „Einfach Elli“ dient es vor allem als eindrucksvolle Kulisse im Hintergrund. Gedreht wurde überwiegend im bayerischen Mittenwald, das mit seinen traditionellen Häusern und nahen Bergen perfekt als Heimat der neuen ZDF-Rettungssanitäterin durchgeht.
Klara Deutschmann zwischen Höhenangst und Kunstblut
Schauspielerin Klara Deutschmann ist gebürtige Hamburgerin und beschreibt sich augenzwinkernd eher als „Flachlandtirolerin“. Im Gespräch mit dem ZDF erklärte die 36-Jährige, sie brauche „die Weite im Blick“, sonst fühle sie sich von nahen Felswänden schnell eingeengt.
Gleichzeitig schwärmt sie von der Ruhe, die Berge in etwas größerer Entfernung auf sie ausstrahlen. Dazu kam ihr ganz persönliches Problem am Set: Blut kann sie nur schwer ertragen. Selbst Kunstblut lässt sie, wie sie zugab, kurz erschaudern – keine leichte Voraussetzung für realistisch gespielte Notfälle.
Krankenhaus in St. Johann als zentraler Schauplatz
Während Steinau nur auf dem Papier existiert, sind die Klinik-Szenen an einem sehr realen Ort entstanden. Ein zentrales Setting war das Bezirkskrankenhaus im österreichischen St. Johann in Tirol. Dort wurde zwischen dem 12. und 30. August 2025 in echten Behandlungs- und Flurräumen gedreht.
Schauspieler Marcus Mittermeier betonte, wie heikel die Arbeit im laufenden Klinikbetrieb gewesen sei, da das Team so filmen musste, dass Patientinnen, Patienten und Personal nicht gestört wurden. Direkt nebenan nutzte die Produktion zudem den „Medicubus“, ein Ausbildungszentrum für Pflegeberufe, das im August leer stand.
Von Garmisch bis Füssen: Viele Drehorte, ein TV-Ort
Neben Mittenwald und St. Johann nutzte das Team weitere Orte in Bayern: Garmisch-Partenkirchen, Grainau, Murnau und Füssen lieferten malerische Straßen, Seen und Bergblicke – auch wenn sie geografisch nicht zum Karwendelgebirge gehören.
Die dramatischen Szenen im Notarztwagen entstanden in einem speziell ausgestatteten Fahrzeug, nicht in einem echten Rettungswagen. Wegen strenger Auflagen durfte Deutschmann für die Vorbereitung nicht im realen Einsatz mitfahren. Stattdessen trainierte sie mit einem Notfallsanitäter an Übungspuppen Herzdruckmassage und das Legen von Zugängen, um die Einsätze so authentisch wie möglich wirken zu lassen.
Autorin Christine Rousseau verbindet Berg- und Nordwelten
Inhaltlich knüpft „Einfach Elli“ an große ZDF-Erfolge an: Die Mischung aus Notfällen und idyllischer Berglandschaft erinnert an „Der Bergdoktor“ und „Die Bergretter“. Kein Zufall, denn die Drehbücher stammen von Christine Rousseau. Die 45-jährige Headautorin der „Bergretter“ schrieb zuvor auch mehrere Folgen für „Der Bergdoktor“ und kennt das Genre der Bergserien genau.
Gleichzeitig zeigt ihr Werk mit zahlreichen Episoden für „Morden im Norden“, dass sie sich ebenso im flachen Land zu Hause fühlt. So verbindet „Einfach Elli“ erzählerisch und visuell zwei Welten – auch wenn Steinau nur im Fernsehen existiert.
