Die Filmwelt trauert um Schauspielerin Catherine O’Hara, die im Alter von 71 Jahren in Los Angeles laut ihrer Agentur nach kurzer Krankheit gestorben ist. Besonders emotional reagierte ihr einstiger Film-Sohn Macaulay Culkin, mit dem sie in den Weihnachtsklassikern „Kevin – Allein zu Haus“ und „Kevin – Allein in New York“ das ikonische Mutter-Sohn-Duo Kate und Kevin McCallister bildete.
Auf Social Media schrieb der Schauspieler: „Mama. Ich dachte, wir hätten Zeit. Ich wollte mehr. Ich wollte auf einem Stuhl neben dir sitzen.“ Weiter erklärte er: „Ich habe dich gehört. Aber ich hatte noch so viel mehr zu sagen. Ich liebe dich. Wir sehen uns später.“
Macaulay Culkin erinnert an seine „Film-Mama“
Die enge Verbindung zwischen Macaulay Culkin und Catherine O’Hara zeigte sich schon 2023, als die Kanadierin den Schauspieler bei seiner Ehrung auf dem Hollywood Walk of Fame würdigte. Damals lobte sie seinen „süßen, aber verdrehten und absolut nachvollziehbaren Humor“, der ihm durch den frühen Ruhm geholfen habe.
„Der Grund, warum Familien auf der ganzen Welt kein Jahr vergehen lassen können, ohne ‚Kevin – Allein zu Haus‘ gemeinsam zu schauen und zu lieben, ist Macaulay Culkin“, sagte sie in ihrer Rede laut „Los Angeles Times“. Sie bedankte sich, dass – „deine falsche Mutter, die dich nicht nur einmal, sondern zweimal allein zu Hause ließ“ – an diesem Glücksmoment teilhaben konnte und betonte, wie stolz sie auf ihn sei.
Catherine O’Hara lebte mit seltener Herz-Anomalie
Weniger bekannt war, dass Catherine O’Hara mit einer seltenen angeborenen Besonderheit lebte: Dextrokardie mit Situs inversus, bei der Herz und innere Organe spiegelverkehrt im Körper liegen. In einem Interview 2021 erzählte sie laut „E! News“, sie habe die Diagnose erst erfahren, als sie mit Ehemann Bo Welch wegen eines Tuberkulose-Tests zum Arzt gegangen sei.
Bei Basisuntersuchungen wie einem EKG sei aufgefallen, dass etwas nicht stimme, woraufhin weitere Tests und ein Röntgenbild folgten. „Du bist die Erste, die ich treffe“, habe der Arzt zu ihr gesagt, erinnerte sie sich. O’Hara scherzte über sich selbst: „Ich bin ein Freak, ja!“ und erklärte, sie wolle den komplizierten Namen der Diagnose eigentlich gar nicht genau wissen.
Humor trotz Diagnose und Fokus auf das Älterwerden
Typisch für Catherine O’Hara begegnete sie selbst dieser medizinischen Besonderheit mit Humor. Als der Arzt erklärte, dass ihre Organe „auf der anderen Seite“ liegen, habe ihr Mann spontan eingeworfen: „Nein, ihr Kopf ist nach hinten gedreht“ – ein Moment, den sie später lachend nacherzählte.
Gleichzeitig sprach die Schauspielerin offen darüber, wie sie das Älterwerden in Hollywood erlebt. Gegenüber dem Magazin „Elle Canada“ sagte sie, sie denke zwar über ihr Alter nach, schaue aber „selten in den Spiegel“. Geschichten über Menschen in ihrem Alter handelten oft von „Tod, Scheidung und Krankheit“, doch sie fühle sich privilegiert, von Menschen umgeben zu sein, die ältere Schauspielerinnen respektieren und ihnen neue Erfahrungen ermöglichen.
Hollywood-Stars verabschieden sich von Catherine O’Hara
Nach der Todesnachricht meldeten sich zahlreiche Weggefährten aus Film und Fernsehen zu Wort. Eugene Levy, mit dem sie mehr als fünf Jahrzehnte zusammenarbeitete, sprach laut „Los Angeles Times“ von einem „unersetzlichen Verlust“ und betonte, er habe nicht nur die Zusammenarbeit, sondern vor allem ihre Freundschaft geschätzt.
Chris Columbus hob hervor, O’Hara trage „die Hälfte des Gewichts“ von „Kevin – Allein zu Haus“ und verleihe dem Film seine emotionale Tiefe. Auch Tim Burton, Michael Keaton, Martin Scorsese, Seth Rogen, Pedro Pascal, Melanie Lynskey, Meryl Streep und viele weitere Stars würdigten Catherine O’Hara als „wahre Komik-Ikone“, „Lichtgestalt“ und „einzigartige Künstlerin“, deren Figuren und Wärme weit über ihren Tod hinaus nachwirken werden.