Schauspielerin Karin Thaler steht seit Jahrzehnten vor der Kamera, doch hinter ihrer öffentlichen Präsenz lag lange eine schwere private Belastung. Im Podcast ihrer früheren Kollegin Marisa Burger sprach die 61-Jährige über das Leben mit ihrer manisch-depressiven und spielsüchtigen Mutter.

Über viele Jahre versuchte sie, deren Krankheit zu verbergen und geriet dabei selbst in eine Co-Abhängigkeit. Die dauerhafte Anspannung traf nicht nur ihr Privatleben, sondern auch ihre Arbeit. Selbst am Set schwieg Thaler über gesundheitliche Probleme, aus Angst, beruflich Schaden zu nehmen.

Karin Thaler trug heimlich ein 24-Stunden-EKG

Die Belastung blieb körperlich nicht ohne Folgen. Über mehr als zehn Jahre litt Karin Thaler unter Herzrhythmusstörungen und hielt auch das vor der Produktion geheim. Sie nahm Betablocker und ließ ihr Herz regelmäßig mit einem 24-Stunden-EKG kontrollieren, teils sogar während der Dreharbeiten.

Ich musste Betablocker nehmen und bin gefühlt jede dritte Woche mit einem 24-Stunden-EKG rumgelaufen“, erklärte sie Marisa Burger bei „Abendkasse - Kultur in der Clutch“.

Eine klare organische Ursache wurde damals nicht gefunden. Dass die Beschwerden auch mit der jahrelangen psychischen Daueranspannung zusammenhingen, liegt für die Schauspielerin heute nahe. Dazu kam die Angst, die eigene Unsicherheit vor Kolleginnen, Kollegen und Auftraggebern verbergen zu müssen.

Karin Thaler spricht über die Sucht ihrer Mutter

Im Podcast schilderte die Darstellerin zudem, wie stark die Spielsucht ihrer Mutter das Familienleben bestimmte. Schulden, Druck und Grenzüberschreitungen zogen sich über Jahrzehnte. Ein besonders drastischer Vorfall: Die Mutter soll einen Supermarkt mit vergiftetem Hüttenkäse erpresst haben.

193.000 D-Mark und Angst um die Karriere

Auch finanziell war die Schauspielerin tief verstrickt. Sie half ihrer Mutter mit Geld, bürgte für eine Unterschlagung von 193.000 D-Mark und nutzte ihre Gagen, um Schulden abzutragen. Für eine Therapie blieb nach ihren Schilderungen kaum Raum. Stattdessen habe sie nur funktioniert und gearbeitet.

Als ihre Mutter 1993 ins Gefängnis kam, spielte Thaler gerade eine Kommissarin im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. „Ich hatte so Angst, dass meine ganze Karriere zerstört ist“, offenbarte Karin Thaler im Podcast. Zusätzlich stand sie unter Druck durch mögliche Presseberichte und Forderungen aus dem Familienumfeld.

Trotz dieser Vergangenheit wirkt Karin Thaler heute gefestigt und spricht mit großer Offenheit über das Erlebte. Zugleich verfolgt sie ein neues Lebensmotto: im Moment leben, weniger vorausplanen, mehr loslassen.