Brenda Fricker ist tot. Die irische Schauspielerin starb im Alter von 81 Jahren, wie ihr Agent bestätigte. Für viele Zuschauer in Deutschland bleibt sie untrennbar mit „Kevin – Allein in New York“ verbunden, in dem sie als Taubenfrau an der Seite von Macaulay Culkin zu sehen war. Aus einer zunächst rätselhaften Begegnung im Central Park wurde dort eine der stillsten und menschlichsten Szenen des Films. Doch Frickers Karriere reichte weit darüber hinaus: In Irland galt sie als prägende Größe der Filmszene und als eine der angesehensten Darstellerinnen ihres Landes.
Brenda Fricker gewann 1990 als erste Irin den Oscar
Einen Meilenstein setzte Brenda Fricker mit dem Drama „Mein linker Fuß“. Für ihre Nebenrolle erhielt sie 1990 den Oscar und schrieb damit Geschichte: Sie war die erste irische Schauspielerin, die diese Auszeichnung gewann. Ihre Dankesrede blieb ebenfalls in Erinnerung.
„Allen Menschen in Irland“, widmete sie den Preis laut web.de. Gerade diese Verbindung aus internationalem Erfolg und tiefer Heimatverbundenheit machte sie für viele so besonders. Auch ihre Memoiren „She Died Young“ zeigten zuletzt, wie reflektiert sie auf ihr Leben und ihre Laufbahn blickte.
Die Taubenfrau aus „Kevin – Allein in New York“ blieb unvergessen
Vor allem im deutschsprachigen Raum wurde Fricker durch ihre Rolle als einsame Frau mit den Tauben einem Millionenpublikum vertraut. In dem Weihnachtsfilm begegnet Kevin McCallister ihr zunächst mit Angst, später wird sie zu einer wichtigen Vertrauten und Helferin.
Diese Figur hatte nur begrenzte Leinwandzeit, hinterließ aber einen bleibenden Eindruck. Ihre Wärme, ihr stilles Spiel und die Melancholie der Rolle machten die Taubenfrau zu einer Figur, an die sich viele bis heute erinnern. 2024 stand Fricker für „The Swallow“ noch einmal vor der Kamera.
Brenda Fricker sprach offen über Einsamkeit und Fehlgeburten
Abseits des Rampenlichts verlief ihr Privatleben oft schmerzhaft. Brenda Fricker war von 1979 bis 1988 mit Regisseur Barry Davis verheiratet, später blieben beide freundschaftlich verbunden. Kinder hatte sie nicht. In Interviews sprach sie offen darüber, dass sie mehrere Fehlgeburten erlitt.
Auch über das Älterwerden äußerte sie sich ohne Beschönigung. „Sie schreiben nicht für alte Frauen", sagte Brenda Fricker laut t-online.de. Dazu kam eine tiefe Einsamkeit, über die sie besonders in der Weihnachtszeit sprach, obwohl sie selbst Teil eines der bekanntesten Feiertagsfilme war.
Dublin wollte Brenda Fricker noch besonders ehren
In den letzten Jahren war es ruhiger um die Schauspielerin geworden, doch die Anerkennung für ihr Lebenswerk blieb. Anfang des Jahres kündigte die Stadt Dublin an, Brenda Fricker mit der Auszeichnung „Freedom of the City of Dublin“ zu ehren. Die offizielle Verleihung sollte zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden.
Ihr Agent Phil Belfield würdigte sie nach ihrem Tod mit persönlichen Worten und betonte, wie sehr sie Kollegen und Fans berührt habe. Mit Brenda Fricker verliert das Kino eine Darstellerin, deren Stärke nie laut war, sondern menschlich, präzise und tief empfunden.
Fans der Filmreihe müssen nun erneut trauern. Erst im Januar verstarb die Schauspiel-Legende Catherine O'Hara, die in den Filmen Kevins Mutter spielte.