Wenn man an die goldenen Zeiten des deutschen Fernsehens denkt, führt kein Weg an diesem Mann vorbei: Frank Elstner. Geboren am 19. April 1942 im österreichischen Linz, hat er mit „Wetten, dass..?" die größte Samstagabendshow Europas erfunden. Doch seit einigen Jahren muss die TV-Legende einen ganz anderen, viel persönlicheren Kampf ausfechten.

Die Diagnose, die sein Leben veränderte

2016 erhielt Frank Elstner die Diagnose Parkinson – eine chronisch fortschreitende Nervenerkrankung, die zu Muskelsteifheit, verlangsamten Bewegungen und dem typischen Zittern führt. Drei Jahre lang behielt er die Erkrankung für sich, 2019 machte er sie schließlich öffentlich. Ein mutiger Schritt, der Millionen Betroffenen Mut machte.

„Die Diagnose ist kein Todesurteil. Es ist vielmehr die Aufforderung, sich gegen die Entwicklung dieser Krankheit zu stellen", sagte Elstner der „Bild am Sonntag". Ein Satz, der inzwischen fast zu seinem Lebensmotto geworden ist.

Mit Boxhandschuhen gegen die Krankheit

Und genau dagegen stellt er sich – auf eine Weise, die viele überraschen dürfte: mit Boxhandschuhen! Der 84-Jährige setzt konsequent auf Sport. Schon als Jugendlicher habe er geboxt, verriet er. Heute ist das Training Teil seiner Parkinson-Therapie.

Seine Ehefrau Britta Gessler, die er 2009 heiratete, schenkte ihm zu Weihnachten sogar einen eigenen Boxsack für zu Hause. Dazu kommen Tischtennis, Nordic Walking und ein spezielles Gerätetraining. „Zum Sport kommt mentales Training, gute Ernährung und eiserne Disziplin", erklärt Elstner sein Erfolgsrezept.

Seine Trainingspartnerin, die Boxerin, mit der er regelmäßig sparrt, zeigt sich beeindruckt: „Man merkt Frank Elstner an, wie gut er trainiert ist. Er hat eine unglaubliche Schlagkraft. Sehr zielstrebig und fokussiert."

„Manchmal denke ich, dass ich gar kein Parkinson habe"

Der Sport zahlt sich aus: Bis auf gelegentliche Rückenschmerzen gehe es ihm gut, berichtet der 84-Jährige. „Manchmal denke ich, dass ich gar kein Parkinson habe", gestand Elstner einmal. Er sei dankbar für den leichten Verlauf – wohlwissend, dass die Krankheit jeden Betroffenen anders trifft.

Gemeinsam mit dem Neurologen Prof. Dr. Jens Volkmann schrieb er das Buch „Dann zitter ich halt – Leben trotz Parkinson", das auf Anhieb zum Spiegel-Bestseller wurde. Seit 2020 ist er Botschafter der Parkinson Stiftung und setzt sich unermüdlich für mehr Aufklärung und Forschungsgelder ein.

Eine Karriere, die das deutsche Fernsehen prägte

Dabei dürfte er sich eigentlich längst zur Ruhe setzen. Fünf Kinder hat der Familienmensch aus mehreren Beziehungen, eine wunderbare Ehe mit Britta, ein Lebenswerk, das seinesgleichen sucht: „Spiel ohne Grenzen", „Die Montagsmaler", „Nase vorn" – und natürlich „Wetten, dass..?", das er 1981 erfand und bis 1987 moderierte.

Doch ans Aufhören denkt Elstner nicht: Seine SWR-Dokureihe „Elstners Reisen" läuft weiter, und erst im März 2026 wurde ihm der Grimme-Sonderpreis für sein Lebenswerk und sein gesellschaftliches Engagement verliehen. Auch die Nachricht, dass Bill und Tom Kaulitz im Dezember 2026 „Wetten, dass..?" übernehmen werden, kommentierte er wohlwollend – er drückt den Zwillingen die Daumen.

Eine Botschaft, die Mut macht

Was bleibt, ist vor allem eines: seine positive Haltung. „Bei mir ist ein halbleeres Glas grundsätzlich halbvoll", sagt Frank Elstner über sich selbst. Und genau das ist es, was ihn zum Vorbild macht – nicht nur für Millionen Zuschauer, sondern vor allem für all jene, die selbst mit einer Parkinson-Diagnose leben müssen.

Lieber Frank Elstner – alles, alles Gute zum 84. Geburtstag! Bleiben Sie weiter so kämpferisch, so optimistisch und so wunderbar menschlich. Deutschland braucht Menschen wie Sie.