Knapp eine Woche nach dem Finale des Dschungelcamps 2026 meldet sich Comedy-Autor Micky Beisenherz ausführlich zu Wort. Der langjährige Texter von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ steht im Zentrum der Kritik, weil viele Fans finden, dass Moderatorin Sonja Zietlow und Moderator Jan Köppen den späteren Sieger Gil Ofarim zu milde behandelt haben.
Im Fokus steht dabei der sogenannte „Davidstern-Skandal“, der den Musiker schon vor seinem Einzug in den australischen Urwald belastete. In seinem Podcast „Apokalypse & Filterkaffee“ versucht Beisenherz nun, die Entscheidungen hinter den Kulissen einzuordnen und eigene Fehler nicht zu verschweigen.
Micky Beisenherz gesteht Zweifel an Prozessverlauf ein
Im Gespräch mit Journalistin Anne Hähnig, die den Strafprozess gegen Gil Ofarim für die „Zeit“ begleitet hat, räumt Autor Micky Beisenherz ein, dass ihn die Andeutungen des Musikers im Camp zeitweise verunsichert haben. „Er hat diesen Raum aufgemacht, in dem der Zweifel entsteht, dass man sagt: Ja, möglicherweise war da doch irgendetwas“, erklärt der 48-Jährige im Podcast.
Für eine kurze Phase habe er sich gefragt, ob bei den Ermittlungen wirklich alles korrekt gelaufen sei. Heute sieht er das anders: Im Rückblick könne man „felsenfest sagen: Es stimmt halt einfach nicht“.
Kein „geheimer Plan“ für Gils Dschungelkrone
Besonders heftig wehrt sich Micky Beisenherz gegen den Vorwurf, Gil Ofarim sei bewusst geschont worden, um ihn zum Dschungelkönig zu machen. „Es hätte immer ein paar mehr Sprüche geben können auf Kosten von Gil, was sicherlich dem Mischungsverhältnis gutgetan hätte. Aber den großen Plan, den zum Dschungelkönig zu schreiben, den gab es nie“, betont der Autor.
Er habe weder Sonja Zietlow noch Jan Köppen eine bestimmte Haltung vorgegeben, und auch RTL habe seine Texte nicht beeinflusst. Den Ablauf der Staffel bezeichnet er dennoch als „tatsächlich unglücklich“ – die Kritik an der Produktion nehme er an, ohne sie kleinzureden.
Machtgefälle im Camp und unerwarteter Sieg für Gil
Ursprünglich habe Micky Beisenherz mit einem „Desaster“ für Gil Ofarim gerechnet. In seiner Vorstellung würde der Musiker eine Dschungelprüfung nach der nächsten absolvieren und dann früh ausscheiden. Doch im Verlauf der Staffel nahm die Dynamik im Camp eine andere Richtung.
„Im Camp selber kam er plötzlich wie das Opfer rüber, weil er immer vier, fünf Leute gegen ihn hatte, die ihn immer ins Achtung gestellt haben“, beschreibt der Autor die Stimmung. So sei der Eindruck entstanden, Ofarim werde unfair behandelt – ein Bild, das offenbar viele Zuschauer berührte. Der Sieg des Musikers habe „sehr, sehr viele Menschen vor Ort überrascht“, betont Beisenherz.