Als Lilli Gruber steht Schauspielerin Ronja Forcher seit vielen Jahren im Mittelpunkt der ZDF-Serie „Der Bergdoktor“. Was viele nicht wissen: Der Weg in die Rolle begann mit einem Casting, das selbst gestandene Profis tief berührte. In der ZDF-Doku „Backstage – der Bergdoktor“ erinnert sich Serienstar Hans Sigl an den Tag, an dem die damals Elfjährige vorspielte – und ihn emotional völlig unerwartet traf. Aus dem Mädchen von damals ist inzwischen eine vielseitige Künstlerin geworden, die vor der Kamera erwachsen wurde und ihren eigenen Weg als Schauspielerin, Sängerin und Autorin gefunden hat.
Ronja Forchers emotionales „Bergdoktor“-Casting
Der entscheidende Moment für Ronja Forchers Serienkarriere war eine Szene voller Trauer. Für die erste Folge musste das Mädchen jene Sequenz spielen, in der Lilli um ihre bei einem Autounfall verstorbene Mutter trauert und sich auf einem Baum am „Gruberhof“ versteckt. „Bei der Ronja war es so, dass ich einfach Tränen in den Augen hatte, weil es mich so berührt hat“, erinnert sich Hans Sigl in der Doku. Auch der Regisseur reagierte genauso. Kaum war Ronja aus dem Raum, stand für das Team fest: Dieses Kind sollte Lilli Gruber werden.
Freundschaft der Väter führt zum Serien-Traumpaar
Der Weg zum Casting war kein Zufall. Schauspieler Reinhard Forcher, Ronjas Vater, brachte seine Tochter damals mit, weil er wusste, dass ein Mädchen für die neue Familienserie gesucht wurde. Schon als Kind hatte Ronja an Filmsets gesessen, erste Rollen übernommen und etwa in „SOKO Wien“ sowie im Kinofilm „Okariki Oraku“ gespielt. Eine besondere Verbindung gab es zudem bereits zu Hans Sigl: „Hans und mein Papa waren früher Freunde. Meine Eltern gaben legendäre Silvesterpartys, da war Hans zu Gast. Er trug mich als Baby auf dem Arm – zwölf Jahre später wurde ich seine Filmtochter“, erzählte Ronja später in einem Interview.
Erwachsenwerden vor laufender Kamera
Seit 2008 verkörpert Schauspielerin Ronja Forcher Lilli Gruber im ZDF-Dauerbrenner. Vor den Augen eines Millionenpublikums wuchs ihre Figur vom Teenager zur selbstbewussten jungen Frau heran – und Ronja parallel dazu im echten Leben. „Die Ronja so aufwachsen zu sehen und so ein bisschen als angenommene Tochter mitzubegleiten, war schön“, sagt Kollege Heiko Ruprecht in „Backstage – der Bergdoktor“. Doch der Weg war nicht immer leicht. Vor den Kameras erwachsen zu werden, „war natürlich nicht immer einfach für mich“, gesteht Forcher. Es habe Phasen gegeben, in denen sie sich fragte, ob sie diesen Weg wirklich weitergehen wolle.
Musik, Buch und privates Glück in Tirol
Neben der Schauspielerei entdeckte Ronja Forcher ihre Liebe zur Musik. 2020 startete sie ihre Musikkarriere, veröffentlichte Singles wie „Danke“ und nahm ihr Album „Meine Reise“ auf, in dem sie persönliche Geschichten in Schlager-Pop verpackt. Als Autorin verarbeitete sie im Buch „Für immer an meiner Seite“ den frühen Tod ihrer besten Freundin Sarah, die an der seltenen Krankheit Progerie litt. Privat fand sie ihr Glück mit Schauspieler Felix Briegel, mit dem sie seit 2015 zusammen ist; 2022 heiratete das Paar in Tirol.
Fester Platz in der „Bergdoktor“-Familie
Am Set fühlt sich Ronja Forcher längst wie in einer zweiten Familie. Besonders eng ist ihre Beziehung zu Monika Baumgartner, die Serien-Oma Lisbeth spielt und für Ronja „wirklich wie eine Oma“ ist, wie sie in einem Gespräch mit der dpa einmal sagte. In der aktuellen Staffel steht Lilli erneut im Zentrum großer Gefühle: Sie trauert um ihren Großvater Rolf Pflüger, dessen Landhandel nun an seine Tochter Caro übergeht – entgegen dem Versprechen an Lilli. Während die Figur mit Enttäuschung und Verlust ringt, zeigt sich einmal mehr, wie sehr Ronja Forcher in der Rolle aufgegangen ist – und wie aus dem emotionalen Casting von einst eine langjährige Seriengeschichte wurde.