Influencerin und ehemalige „Bachelorette“ Jessica Haller hat im Podcast „M wie Marlene” sehr persönlich über eine Zeit gesprochen, in der sie psychisch und körperlich an ihre Grenzen kam. Die 36-Jährige machte gleich zu Beginn klar, dass sie sich mit dem Thema lange zurückgehalten habe. Gerade deshalb sei es ihr wichtig, nun offen darüber zu reden. Sie wolle anderen Menschen Mut machen, Hilfe anzunehmen, wenn die Seele Ruhe brauche. Wie Bunte berichtet, schildert Haller, dass sie ihre eigenen Bedürfnisse über lange Zeit hintenangestellt und vor allem auf das Wohl anderer geachtet habe.

Jessica Haller spricht über verdrängte Warnsignale

Jessica Haller betont, sie sei „auf gar keinen Fall” ein Mensch, der es allen recht machen wolle. Trotzdem habe sie ständig darauf geachtet, dass sich Menschen in ihrem Umfeld wohlfühlen. Dabei sei sie selbst immer mehr in den Hintergrund geraten. „Und irgendwann habe ich mich um alle anderen gekümmert – außer um mich selbst”, sagte Jessica Haller laut prisma.de.

Rückblickend beschreibt sie, dass sie ihre eigenen Gedanken kaum noch wahrgenommen habe. Dazu kamen über einen längeren Zeitraum tägliche Rücken- und Kopfschmerzen. Ihren Körper und ihre Seele habe sie in dieser Phase nicht ernst genommen.

Schmerzmittel hielten sie im Alltag funktionsfähig

Besonders in stressigen Phasen mit vielen beruflichen Terminen habe sie Warnzeichen nicht gestoppt, sondern übergangen. Haller erzählt, dass sie morgens ihre Ärztin angerufen und um eine Infusion gebeten habe, um Drehs durchzustehen. Damals habe sie gehofft, mit Medikamenten einfach weiterzumachen.

Heute blickt sie sehr kritisch auf dieses Verhalten. Sie habe sich mit Schmerzmitteln betäuben lassen, damit ihr Körper mithalten konnte. Im Gespräch wurde ihr eigener Satz besonders deutlich: Die Depression sei schleichend gekommen, begleitet von Schmerzen und dem ständigen Ignorieren der eigenen Grenzen.

Der Zusammenbruch kam nach völliger Erschöpfung

Lange habe sich Jessica Haller nicht eingestehen wollen, dass etwas nicht stimmte. Sie habe immer beschäftigt sein müssen, weil in ruhigen Momenten belastende Gedanken hochkamen. Der Tiefpunkt sei schließlich nach einer emotional fordernden Zeit erreicht worden, in der sie viel Kraft für die Familie ihres Mannes Johannes aufgebracht habe.

Danach sei nichts mehr gegangen. „Jetzt bin ich komplett leer. Ich bin nicht mehr aus dem Bett gekommen”, so Jessica Haller. Erst da habe sie erkannt, dass hinter ihrem Zustand mehr als bloße Erschöpfung steckte.

Drei Monate Psychiatrie gaben ihr Lebensfreude zurück

Am Ende entschied sich die Mutter einer fünfjährigen Tochter für einen Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik auf Ibiza. Vor der Behandlung habe sie sich, wie sie selbst sagt, „wie so ein Wrack” und „wie so eine Hülle” gefühlt.

Besonders schwer sei für sie der Gedanke gewesen, ihre Tochter längere Zeit nicht zu sehen. Trotzdem ging sie diesen Schritt und blieb drei Monate in der Einrichtung. Bis heute kenne sie Schuldgefühle, doch sie bereue die Entscheidung nicht. Ihre Lebensfreude sei zurückgekehrt, und genau deshalb spricht sie nun öffentlich über Depressionen und den Wert professioneller Hilfe.