Moderatorin Annika Lau hat ihren Familienalltag mit dem zehnjährigen Sohn öffentlich gemacht und damit eine Debatte ausgelöst. Im Mittelpunkt steht ihr Buch „Ihr Kind ist anders“, in dem sie den Weg von ersten Auffälligkeiten in der Kita bis zur ADHS-Diagnose beschreibt. Darin geht es auch um Überforderung, Schulgespräche und den Versuch, den Alltag als Familie zu ordnen.

Aktuell richtet sich der Blick aber weniger auf das Buch als Ganzes als auf die Kritik daran: Es geht um den Schutz des Kindes, um mögliche Stigmatisierung und um Aussagen über ADHS, die unter anderem auf Social Media Widerspruch ausgelöst haben.

Annika Lau schilderte frühe Auffälligkeiten bei Sohn

Im Gespräch über die ersten Jahre mit ihrem Sohn beschrieb die Moderatorin, dass in der Kita zunächst Probleme im Kontakt mit anderen Kindern auffielen. Sie erzählte, ihr Sohn sei oft sehr impulsiv gewesen, habe andere Kinder zu fest umarmt und soziale Situationen nicht immer richtig eingeordnet. Auch nach der Diagnose habe sich der Blick auf frühere Situationen verändert, etwa bei Übergängen oder alltäglichen Aufgaben wie dem Anziehen.

ADHS-Verband kritisierte die Nennung des Klarnamens

Deutliche Einwände kamen vom ADHS Deutschland e.V., der sich öffentlich zu Wort meldete. Der Verband betonte, bei minderjährigen Kindern stünden Wohl und Persönlichkeitsrechte an erster Stelle. In seiner Stellungnahme hieß es, man distanziere sich ausdrücklich von der öffentlichen Nennung von Klarnamen im Zusammenhang mit einer Diagnose. Außerdem wandte sich die Organisation gegen pauschale Aussagen über ADHS-Kinder und stellte klar, das Buch und begleitende Medienauftritte seien keine Position des Verbands. 

Kritik auf Social Media richtet sich gegen Aussagen zu ADHS

Zusätzlich meldeten sich auf Social Media Psychologen und weitere Nutzer mit Einwänden. Kritisiert wurden dabei vor allem Formulierungen, die ADHS-Betroffene pauschal einordnen oder abwerten könnten. Dazu zählen Aussagen, wonach Kinder mit ADHS nur Aufmerksamkeit wollten, egal ob positiv oder negativ sowie Verallgemeinerungen zu schulischen Leistungen - zum Beispiel die Aussage, Kinder mit ADHS könnten keine 1er Noten schreiben. 

Frederick Lau und die Familie stehen mit im Fokus

Zur Familie von Annika und Schauspieler Frederick Lau gehören neben dem 10-jährigen Sohn auch eine Tochter und ein weiterer Sohn. Das Buch erschien am 7. Oktober und enthält neben ihren Erfahrungen auch fachliche Beiträge von Dr. med. Klaus Skrodzki. 

Quellen: Focus, Bunte, eltern.de, Instagram, KI-unterstützt