Mit Königin Máxima (54) und ihren drei Töchtern Amalia (22), Alexia (20) und Ariane (19) zog der König heute durch die orange-leuchtenden Straßen. Doch was die wenigsten Zuschauer wussten: Für Willem-Alexander war es nicht der erste Besuch in Dokkum. Er war schon einmal hier – inkognito, vor 40 Jahren.
Bürgermeister Johannes Kramer brachte den Moment in seiner Rede auf den Punkt: „Vor vierzig Jahren waren Sie auch schon hier, Majestät. Sie kamen an, holten sich einen Etappenstempel und tauchten wieder in die Dunkelheit ein, in Richtung Leeuwarden." Damals, am 26. Februar 1986, schaffte es ein junger 18-jähriger Schlittschuhläufer namens „W.A. van Buren" durch eines der härtesten Sportereignisse der Welt: die legendäre Elfstedentocht, eine 200 Kilometer lange Eisschnelllauf-Tour über elf friesische Städte. Der Name war ein Tarnname. Der Läufer war Kronprinz Willem-Alexander.
Willem-Alexander: Die Wette mit einem Freund
Was kaum jemand weiß: Der junge Prinz hatte sich nur zwei Tage vor dem Rennen kurzfristig zur Teilnahme entschieden. „Es war eine Wette mit einem Freund. Ich sagte ihm, ich würde es bis ins Ziel schaffen", verriet Willem-Alexander später lächelnd. Trainiert hatte er nicht ernsthaft. „Das längste, was ich je gefahren bin, sind 65 Kilometer", gestand er. Bei minus 13 Grad und eisigem Ostwind ging er bei Stempelkarte Nummer 1 an den Start – im Schutz der friesischen Dunkelheit.
Den Tarnnamen „Van Buren" benutzt das niederländische Königshaus seit Generationen, um inkognito zu reisen. Die Wurzeln reichen ins 15. Jahrhundert zurück, als Anna von Buren die erste Ehefrau von Wilhelm von Oranien wurde. Das Geheimnis hielt allerdings nur bis zur fünften Stadt Stavoren – dort wurde der Prinz erkannt. Ab da feuerten ihn die Niederländer mit „Willem, Willem!" entlang der Strecke an. Erschöpft, aber stolz erreichte W.A. van Buren um 21:45 Uhr das Ziel. In den Armen seiner stolzen Mutter, der damaligen Königin Beatrix, brach Willem-Alexander zusammen.
Willem-Alexander und Máxima: Eine Liebe in der Tango-Bar
Geboren wurde Willem-Alexander am 27. April 1967 in Utrecht als ältester Sohn von Königin Beatrix und Prinz Claus. Schon früh als Thronfolger ausgebildet, studierte er Geschichte in Leiden und absolvierte seinen Wehrdienst bei der niederländischen Marine. 1999 dann der Moment, der sein Leben verändern sollte: In einer Tango-Bar in Sevilla lernte er Máxima Zorreguieta kennen – eine argentinische Investmentbankerin, sechs Monate jünger als er. „Sie wusste nicht, wer ich war", erzählte er später lachend. Erst zwei Tage später erfuhr Máxima, dass sie sich gerade in den niederländischen Kronprinzen verliebt hatte.
2002 heirateten die beiden. Aus der Ehe gingen drei Töchter hervor: Amalia, die heute als Kronprinzessin in der Thronfolge steht, Alexia und Ariane. Erst kürzlich machte Amalia Schlagzeilen, als sie ihre Grundausbildung bei den niederländischen Streitkräften absolvierte und nun zusätzlich zu ihrem Jurastudium die Reservisten-Ausbildung absolviert. Eine moderne Königsfamilie, die mit beiden Beinen im echten Leben steht.
Willem-Alexander 2026: Beliebtheit auf neuem Hoch
Mit 59 Jahren steht Willem-Alexander heute auf einem stabilen Hoch der Beliebtheit. Aktuelle Umfragen des öffentlich-rechtlichen Senders NOS zeigen: 62 Prozent der Niederländer befürworten die Beibehaltung der Monarchie. Das Vertrauen in den König selbst stieg von 51 auf 54 Prozent – besonders bei jungen Menschen zwischen 18 und 34. Königin Máxima erhält traditionell die besten Werte (Note 7,5), gefolgt von Kronprinzessin Amalia mit 7,3.
Trotz Republik-Demonstrationen mit einem aufblasbaren Dinosaurier namens „Wim" am Rande der heutigen Feierlichkeiten ist das Verhältnis der Niederländer zu ihren Royals so warm wie selten zuvor. Vielleicht auch, weil Willem-Alexander nie versucht hat, sich besser zu machen, als er ist – ein König, der einst als „Van Buren" 200 Kilometer auf Schlittschuhen gekämpft hat, weil er eine Wette nicht verlieren wollte. Genau diese Bodenständigkeit lieben die Niederländer an ihrem König.