Die Festnahme von Andrew Mountbatten-Windsor wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch stellt das britische Königshaus vor eine der schwersten Krisen der jüngeren Vergangenheit. Der 66-Jährige, drittes Kind der verstorbenen Königin Elisabeth II. und jüngerer Bruder von König Charles III., wurde an seinem Geburtstag festgenommen. Der Royal weist sämtliche Vorwürfe im Zusammenhang mit seinen Verbindungen zu Jeffrey Epstein weiterhin entschieden zurück.

Experten fordern rasche Streichung aus der Thronfolge

Royal-Experte und Autor Robert Jobson bezeichnet die Situation laut „New York Post“ als „schweren Schlag für die königliche Familie“ und fordert ein schnelles Vorgehen in der Thronfolge. „Die Entfernung Andrews aus der Thronfolge muss beschleunigt werden“, so Jobson.

Zwar hatte König Charles seinem Bruder bereits im vergangenen Jahr alle royalen Titel entzogen, doch formal steht Andrew weiterhin an achter Stelle der Thronfolge – hinter den Kindern und Enkeln des Monarchen.

Jobson betont, der einfachste Weg wäre ein freiwilliger Verzicht Andrews auf seinen Platz: „Er sollte das tun, um seinem Bruder eine Last zu nehmen.“ Dennoch rechnet er nicht damit, dass dieser Schritt freiwillig erfolgt.

Politische Hürden für ein Ende von Andrews Thronanspruch

Sollte Andrew seinen Platz nicht selbst aufgeben, wäre ein politischer Kraftakt nötig. Wie Jobson erklärt, müsste die Thronfolge per Gesetz geändert werden – und zwar in jedem Land, in dem König Charles Staatsoberhaupt ist. Der Monarch steht derzeit an der Spitze von 15 Commonwealth-Reichen, darunter Kanada und Australien.

Jedes dieser Länder müsste ein eigenes Gesetz verabschieden, um Andrew aus der Thronfolge zu streichen. Ein vergleichbarer Schritt war zuletzt 1936 mit dem Abdication Act erfolgt, als Edward VIII. abdankte und er sowie seine Nachkommen aus der Thronfolge entfernt wurden.

Auch britische Abgeordnete von Labour und Konservativen fordern inzwischen offen, Andrew dürfe keinen Anspruch mehr auf den Thron haben, berichtet „Independent“.

König Charles zwischen öffentlichem Druck und familiärer Sorge

Während Andrew nach seiner Festnahme zunächst unter laufenden Ermittlungen wieder freikam, steht der 77-jährige König zunehmend im Zentrum des öffentlichen Drucks. Bei einem Auftritt während der London Fashion Week wurde er Berichten zufolge erneut mit Rufen zu seinem Bruder konfrontiert.

Autorin Lady Colin Campbell ist laut „New York Post“ überzeugt, dass der Skandal um Andrew die Gesundheit des an Krebs behandelten Monarchen belastet. Die Familie versuche zwar, ihren Pflichten nachzukommen, nehme die Entwicklung jedoch „äußerst ernst“. Charles selbst versprach „volle und aufrichtige Unterstützung“ für die Ermittlungen und betonte, „das Gesetz müsse seinen Lauf nehmen“.

Symbolik der Thronfolge und Blick auf die nächste Generation

Auch wenn der achte Platz in der Thronfolge weit von der Krone entfernt scheint, verweisen Experten auf die enorme symbolische Bedeutung. Die Linie beginnt mit Thronfolger Prinz William, gefolgt von seinen drei Kindern George, Charlotte und Louis. Danach stehen Prinz Harry und seine Kinder Archie und Lilibet in der Reihenfolge, bevor Andrew folgt.

Hinter ihm reihen sich seine Töchter Prinzessin Beatrice und Prinzessin Eugenie mit ihren Kindern ein, gefolgt von Prinz Edward, dessen Kindern sowie Prinzessin Anne und deren Nachkommen.