Die Sorge um König Harald V. ist groß. Der 89-jährige Monarch liegt mit einer Blutinfektion im Krankenhaus, sein Zustand soll sich zuletzt sogar verschlechtert haben, wie der Palast öffentlich machte. Damit rückt eine Frage in den Mittelpunkt, die in Norwegen viele mit Unbehagen betrachten: Was geschieht, wenn das Staatsoberhaupt stirbt?

Eine Übergangsphase wäre nicht vorgesehen. Kronprinz Haakon würde unmittelbar den Thron übernehmen und wohl als König Haakon VIII. regieren. Schon jetzt vertritt er seinen erkrankten Vater, doch ein dauerhafter Wechsel an der Spitze des Königshauses hätte weitreichende Folgen für die gesamte Familie.

Kronprinz Haakon würde sofort König werden

Sollte der König sterben, müsste Haakon vor dem norwegischen Parlament, dem Storting, seinen Eid auf die Verfassung ablegen. Eine offizielle Krönung braucht es dafür nicht. Möglich wäre später lediglich eine feierliche Segnung im Nidarosdom in Trondheim, ähnlich wie bei Harald und Königin Sonja im Jahr 1991. Mette-Marit würde mit Haakons Thronbesteigung zudem automatisch zur Königin von Norwegen werden.

Ingrid Alexandra rückt an die Spitze der Thronfolge

Auch für die nächste Generation stünde ein direkter Rollenwechsel an. Prinzessin Ingrid Alexandra würde auf Platz eins in der Thronfolge vorrücken und den Kronprinzessinnen-Titel tragen. Ihr Bruder Prinz Sverre Magnus käme dann auf den zweiten Platz.

Königin Sonja dürfte ihren Titel behalten. Statt der amtierenden Königin wäre sie dann aber verwitwete oder auch Altkönigin. Öffentliche Auftritte an der Seite ihrer Familie bei wichtigen Anlässen wären dennoch weiter möglich.

Nach einer offiziellen Todesmeldung würden zudem Trauerbeflaggung, militärische Ehren, öffentliche Zeremonien und die Beisetzung vorbereitet.

Mette-Marit und Haakon stünden unter großem Druck

Gerade dieser Zeitpunkt gilt innerhalb der Familie als besonders heikel. Mette-Marit erholt sich derzeit von einer Lungentransplantation, während Haakon stark in die Unterstützung seiner Ehefrau eingebunden sein dürfte.

Zugleich belasten weitere familiäre Themen das Königshaus, darunter das Urteil gegen Marius Borg Høiby und die Zukunftsplanung der Kinder des Kronprinzenpaares. Sollte Haakon nun König werden, müsste er in einer sensiblen Phase zusätzliche Pflichten übernehmen. Das würde nicht nur ihn fordern, sondern auch die Frage aufwerfen, wer ihn bei offiziellen Terminen entlasten könnte.

Sonja und Astrid könnten nur begrenzt stützen

Denn auch personell wäre die Lage angespannt. Ingrid Alexandra studiert derzeit in Oslo, Sverre Magnus plant ein Studium in Lissabon. Beide dürften daher nur eingeschränkt für royale Aufgaben bereitstehen. Sonja könnte zwar weiter präsent sein, doch auch sie ist 89 Jahre alt. Hinzu kommt Prinzessin Astrid mit 94 Jahren, deren Einsatzmöglichkeiten naturgemäß begrenzt sind. Bleibt zu hoffen, dass sich König Harald bald wieder erholt.