Das Urteil gegen Marius Borg Høiby erschüttert Norwegen weit über die Grenzen des Königshauses hinaus. Der 29-Jährige, Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit, wurde vom Osloer Amtsgericht in 34 von 40 Anklagepunkten schuldig gesprochen. Zu den Vorwürfen zählten unter anderem Misshandlung früherer Partnerinnen, Verstöße gegen Kontaktverbote, Drogendelikte und Verkehrsverstöße. Während Høiby die Verkündung aus der Untersuchungshaft per Videoschalte verfolgte, richtete sich der Blick vieler Beobachter sofort auf den Palast.
Marius Borg Høiby erhält vier Jahre Haft
Das Gericht verurteilte den 29-Jährigen zu vier Jahren Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor eine deutlich höhere Strafe von sieben Jahren und sieben Monaten gefordert, während die Verteidigung bei den schwersten Vorwürfen auf Freispruch plädiert hatte.
Zudem muss Høiby vier Frauen entschädigen, darunter zwei Ex-Freundinnen. Insgesamt wurden 640.000 norwegische Kronen zugesprochen, umgerechnet rund 58.000 Euro. Wie Bild berichtet, ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. Beide Seiten haben nun zwei Wochen Zeit, um Berufung einzulegen.
Norwegischer Palast verweigert jeden Kommentar
Für besonders viel Kritik sorgt die knappe Reaktion des Königshauses. Der Palast teilte schriftlich mit: „Der Fall wurde vor Gericht verhandelt, und das Königshaus gibt keinen Kommentar zum Ausgang des Verfahrens ab“, so der Palast laut Bild. Eine persönliche Stellungnahme von Kronprinzessin Mette-Marit blieb aus.
Gerade diese Zurückhaltung wird in Norwegen intensiv diskutiert, weil Mitglieder der Königsfamilie in früheren Phasen des Falls noch Mitgefühl für die Betroffenen geäußert hatten. Nun fällt die Distanz des Hofes umso stärker auf.
Haakon und Harald hatten früher Mitgefühl betont
Schon nach einer Festnahme im Herbst 2024 hatte Kronprinz Haakon die Vorwürfe öffentlich als schwer bezeichnet. Später äußerte sich auch König Harald V. im Namen der Familie und sprach den Betroffenen sein tiefes Mitgefühl aus.
Dass nach dem Schuldspruch nun kein weiteres Wort folgt, wirkt für viele Beobachter widersprüchlich. Zusätzlich steht Mette-Marit seit Längerem selbst unter Druck. Umso genauer wird registriert, wann der Palast spricht und wann er schweigt.