Marius Borg Høiby steht erneut im Zentrum eines schweren Falls, der Norwegen seit Monaten beschäftigt. Das Amtsgericht in Oslo hat den 29-Jährigen zu vier Jahren Haft verurteilt. Wie Spiegel berichtet, wurde der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit wegen zweifacher Vergewaltigung und Körperverletzung schuldig gesprochen. Zudem muss er vier Frauen Entschädigungen zahlen, darunter zwei frühere Partnerinnen. Von zwei weiteren Vergewaltigungsvorwürfen wurde er freigesprochen. Høiby selbst war bei der Urteilsverkündung aus gesundheitlichen Gründen nicht im Saal, sondern nur per Video zugeschaltet.
Marius Borg Høiby vor Gericht in 40 Anklagepunkten
Insgesamt umfasste das Verfahren 40 Anklagepunkte. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren und sieben Monaten gefordert, die Verteidigung plädierte beim Vorwurf der Vergewaltigung auf Freispruch. Mehrere Delikte hatte Høiby bereits eingeräumt, darunter Körperverletzung, Vandalismus, Verkehrsverstöße, den Transport von 3,5 Kilo Marihuana sowie einen Verstoß gegen ein Kontaktverbot gegenüber einer Ex-Freundin.
Formell gehört der 29-Jährige nicht dem norwegischen Königshaus an. Er ist der Sohn von Mette-Marit aus einer früheren Beziehung vor ihrer Ehe mit Kronprinz Haakon.
Festnahmen seit August 2024 verschärften die Lage
Erstmals festgenommen wurde Høiby im August 2024. Damals hatte er in der Wohnung seiner damaligen Freundin randaliert und später eingeräumt, der Frau gegenüber gewalttätig geworden zu sein. Im Verlauf der Ermittlungen kamen weitere Vorwürfe hinzu.
Kurz vor Prozessbeginn wurde er erneut festgenommen, nachdem er gegen ein Kontaktverbot gegenüber seiner Ex-Freundin verstoßen haben soll. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Mehrfach versuchte er, freizukommen, auch mit dem Vorschlag einer elektronischen Fußfessel. Die Anträge wurden jedoch abgelehnt.
Sorge um Mette-Marit begleitete den Fall bis zum Urteil
Noch kurz vor der Entscheidung stellte Høiby einen weiteren Antrag auf Entlassung aus der Untersuchungshaft. Dabei verwies er auf den Gesundheitszustand seiner Mutter. Die norwegische Kronprinzessin leidet an einer unheilbaren chronischen Lungenkrankheit. Nach Angaben des Hofs braucht sie dringend eine neue Lunge, ihr Zustand habe sich in den vergangenen Monaten deutlich verschlechtert.
Høiby machte geltend, es sei für ihn unerträglich, nicht bei seiner Mutter sein zu können. Auch dieser Antrag blieb ohne Erfolg. Damit endet das Verfahren in Oslo für ihn mit einer mehrjährigen Haftstrafe.