Prinz William (43) treibt die Modernisierung der Monarchie mit einem weitreichenden Vorhaben voran. Der britische Thronfolger will in den kommenden zehn Jahren rund ein Fünftel seiner Ländereien im Herzogtum Cornwall veräußern und die Mittel gezielt in soziale und ökologische Projekte lenken.
Prinz William will 20% des Familienbesitz verkaufen
Damit greift er ein System an, das seit dem 14. Jahrhundert eng mit der Rolle des jeweiligen Thronfolgers verbunden ist. Für William ist das Herzogtum damit nicht nur Einnahmequelle, sondern ein Instrument, um Wohnraum zu schaffen, Gemeinden zu stärken und den Ausbau grüner Energie voranzubringen.
Wie „Gala“ berichtet, soll William rund 500 Millionen Pfund in Maßnahmen gegen Wohnungsnot und Umweltprobleme stecken. Der Fokus liegt auf fünf Kernregionen: Cornwall, den Scilly-Inseln, Dartmoor, der Gegend um Bath und Kennington im Süden Londons. Dort sieht das Umfeld des Prinzen den größten möglichen sozialen und ökologischen Nutzen.
Das Herzogtum umfasst Ländereien, Bauernhöfe, Wohnhäuser und Gewerbeobjekte in 21 Grafschaften. Künftig soll der Besitz stärker gebündelt werden, damit Projekte gezielter umgesetzt und langfristig begleitet werden können.
Herzogtum Cornwall finanziert William und seine Familie
Der Besitz ist für den Royal auch finanziell von zentraler Bedeutung. Mehr als 20 Millionen Pfund Gewinn pro Jahr fließen aus dem Herzogtum in das private und öffentliche Leben von William, seiner Frau und den gemeinsamen Kindern. Insgesamt wird der Wert des Anwesens auf rund 1,1 Milliarden Pfund geschätzt.
Seit Jahrhunderten geht dieser Besitz automatisch an den britischen Thronfolger über. Gerade deshalb ist der geplante Verkauf historisch brisant, denn William rückt damit von einer sehr alten Familientradition ab und setzt stärker auf Wirkung als auf bloßen Erhalt.
Wohnungsbau und grüne Energie stehen im Mittelpunkt
Besonders deutlich wird der neue Kurs bei den geplanten Investitionen. Rund 160 Millionen Pfund sollen in Wohnbauprojekte fließen, darunter bezahlbare Unterkünfte in Cornwall, auf den Scilly-Inseln und im Süden Londons. Bis 2040 könnten so zwischen 10.000 und 12.000 neue Wohneinheiten entstehen.
Auch beim Klimaschutz setzt William klare Schwerpunkte. Geplant ist der Aufbau von Kapazitäten für 100 Megawatt erneuerbare Energie, genug für viele Haushalte. „Es sollte in erster Linie dazu da sein, einen positiven Einfluss auf die Welt zu haben“, sagte Will Bax laut „The Times“ über den Anspruch des Herzogtums.
Kritik begleitet Prinz Williams neuen Modernisierungskurs
Ganz ohne Widerstand läuft der Umbau jedoch nicht. Laut „The Times“ gab es bereits Kritik, nachdem zehn Pachtbetriebe auf dem historischen Bradninch-Anwesen in Devon verkauft werden sollten. Betroffene Mieter schilderten großen Druck durch die unsichere Lage.
Zudem steht das Herzogtum immer wieder wegen seines Umgangs mit Wohltätigkeitsorganisationen und einzelner Einnahmequellen in der Kritik. Geschäftsführer Will Bax betonte allerdings, die Pächter nicht verdrängen zu wollen, sondern ihnen beim Erwerb ihrer Höfe zu helfen.