Große Verwirrung um König Charles III: Die britische Radiostation Radio Caroline verbreitete am 19. Mai irrtümlich eine vorproduzierte Todesmeldung über den Monarchen. Während der Barry Marsh Show wurden gleich mehrere Ansagen ausgestrahlt, in denen es hieß, die Medien hätten den Tod des Königs bestätigt.

Danach lief die Nationalhymne, anschließend herrschte auf DAB+ für 16 Minuten Stille. Hörer auf AM bekamen in dieser Zeit Ersatzmusik zu hören. Erst rund eine halbe Stunde später folgten Korrektur und Entschuldigung.

Radio Caroline sendet vorbereitete Nachruf-Dateien

Wie BBC berichtet, stammten die abgespielten Dateien aus einem Bestand, der für den tatsächlichen Todesfall des Königs vorbereitet worden war. Ein Mitarbeiter hatte während Wartungsarbeiten auf einem Studio-Computer darauf zugegriffen.

Laut der späteren Bewertung der Medienaufsicht Ofcom wurden die Dateien „aus Neugier“ gestartet. Dabei wurde unbemerkt der zugeschaltete Stream des Moderators unterbrochen und die Aufnahmen gelangten direkt auf Sendung. Für das Publikum wirkte die Meldung dadurch wie eine reguläre und bestätigte Nachricht.

Ofcom rügt den Sender wegen schwerem Verstoß

Die britische Aufsicht Ofcom wertete den Vorfall als klaren Verstoß gegen die Rundfunkregeln. Betroffen waren Regel 5.1 zur erforderlichen Genauigkeit von Nachrichten und Regel 5.2 zur schnellen Korrektur erheblicher Fehler. Die Behörde sprach von einer „sehr bedeutenden Ungenauigkeit“ in einer Angelegenheit von hohem öffentlichem Interesse.

Besonders brisant: Nachdem der Mitarbeiter seinen Fehler bemerkt hatte, habe er laut Ofcom panisch reagiert und das Gebäude verlassen. Dadurch verzögerte sich die Einordnung zusätzlich und die Falschmeldung blieb zunächst unkommentiert im Raum.

Moderator entschuldigt sich erst nach 30 Minuten

Die Korrektur erfolgte erst etwa 30 Minuten später. Der Moderator erklärte laut New York Post: „Ich wurde gerade darüber informiert, dass wir vorhin irrtümlich einige Informationen gesendet haben. Ich habe das selbst nicht gehört, aber es ist falsch, es handelt sich um ein technisches Problem, und natürlich entschuldigen wir uns.“ 

Nach Angaben des Senders merkte der eigentliche Radiosprecher nicht sofort, dass er nicht mehr auf Sendung war, weil die Show aus der Ferne gestreamt wurde und eine Kontrolle des Programms nur über einen separaten Monitor möglich gewesen wäre.

König Charles III war kurz darauf öffentlich zu sehen

Besonders peinlich für den Sender: König Charles III zeigte sich wenig später bei einem Besuch in Nordirland in der Öffentlichkeit und sprach mit Menschen vor Ort. Radio Caroline erklärte, man habe den Vorfall sehr ernst genommen und so schnell wie möglich reagiert.

Der beteiligte Mitarbeiter wurde verwarnt, außerdem entfernte der Sender die vorbereiteten Nachruf-Dateien vom Studio-Desktop, um eine Wiederholung zu verhindern. Radio Caroline verwies zudem darauf, vollständig von Freiwilligen getragen zu werden und nicht über die Mittel großer Rundfunkhäuser zu verfügen. Bei Ofcom gingen nur zwei Beschwerden ein.