König Charles geriet unfreiwillig in den Mittelpunkt einer kuriosen Panne: Die frühere britische Piratenstation Radio Caroline verkündete versehentlich seinen Tod. Der Fehler passierte am Dienstagnachmittag in einem Studio im ostenglischen Essex und löste sofort das offizielle Notfallprotokoll für den Todesfall eines Monarchen aus. Das Programm verstummte daraufhin, ehe der Irrtum bemerkt und eine Entschuldigung gesendet wurde. Währenddessen war der König keineswegs in einer Krise, sondern gemeinsam mit Königin Camilla bei einem Termin in Nordirland unterwegs.
Radio Caroline entschuldigt sich bei König Charles
Stationsmanager Peter Moore erklärte den Vorfall in einem Facebook-Beitrag. „Wegen eines Computerfehlers in unserem Hauptstudio wurde am Dienstagnachmittag versehentlich das Verfahren für den Tod eines Monarchen aktiviert und fälschlich verkündet, dass Seine Majestät der König verstorben sei“, so Peter Moore laut euronews.
Danach sei Radio Caroline wie vorgesehen zunächst verstummt. Erst diese Sendepause habe das Team darauf aufmerksam gemacht, das Programm wiederherzustellen und eine Entschuldigung on air auszustrahlen. Auch an den König selbst richtete die Station eine ausdrückliche Bitte um Verzeihung.
Computerfehler löst Monarchen-Protokoll aus
Der Vorfall zeigt, wie sensibel britische Sender auf mögliche Nachrichten aus dem Königshaus vorbereitet sind. Laut den Berichten halten Radiostationen im Vereinigten Königreich ein spezielles Verfahren bereit, das im Ernstfall sofort greifen soll. Genau dieses System wurde nun irrtümlich ausgelöst.
Wie lange die falsche Meldung tatsächlich unbemerkt blieb, wurde nicht mitgeteilt. Auffällig war jedoch, dass die Wiedergabe des Radioprogramms vom betroffenen Dienstagnachmittag zwischen 13.58 Uhr und 17 Uhr später auf der Website des Senders nicht verfügbar war.
König Charles und Camilla waren in Belfast unterwegs
Zur gleichen Zeit absolvierte das Königspaar einen offiziellen Besuch in Nordirland. Charles und Camilla nahmen dort an einem Auftritt mit einer Folkgruppe teil, sahen Tänzern zu und probierten im Belfaster Titanic Quarter auch irischen Whiskey. Der Monarch bekam also von all dem Trubel um ihn herum nichts mit.
Wie The Guardian berichtet, betonte Moore zudem: „Wir entschuldigen uns bei Seiner Majestät dem König und bei unseren Hörern für jeglichen verursachten Kummer.“ Damit wollte der Sender den ungewöhnlichen Fehler möglichst schnell einordnen.
Frühere Piratenstation schrieb britische Radiogeschichte
Radio Caroline ist in Großbritannien kein unbekannter Name. Der Sender wurde 1964 gegründet, um das damalige Rundfunkmonopol der BBC herauszufordern, und sendete zunächst von Schiffen vor der englischen Küste. Auch nach gesetzlichen Verschärfungen in den späten 1960er-Jahren lief das Projekt zeitweise weiter, ehe die Offshore-Ausstrahlung 1990 endete.
Die Geschichte solcher Piratensender inspirierte später sogar den Film „The Boat that Rocked“ mit Bill Nighy und Philip Seymour Hoffman. Passend dazu gab es fast zeitgleich noch eine weitere Radiopanne: Auch die BBC musste sich wegen eines Sendeplanfehlers bei den Hörern entschuldigen, wie News.sky meldete.