Das Finale des Eurovision Song Contest aus der Wiener Stadthalle galt als großer TV-Moment des Jahres. Umso irritierter reagierten viele Zuschauer am Samstagabend, als im Ersten zwar das bekannte Senderlogo zu sehen war, der sonst übliche „Live“-Hinweis aber fehlte. Schon während des Eröffnungsfilms und des Flaggen-Einmarschs wurde online heftig diskutiert.
ARD-Panne: ESC-Start warf sofort Fragen auf
Auf den offiziellen Kanälen des Wettbewerbs häuften sich Spekulationen, ob die ARD womöglich keine echte Direktübertragung zeigte. Dazu kam später noch eine technische Panne beim Auftritt von Tschechien. Besonders brisant war der Zeitpunkt: Punkt 21 Uhr begann die Übertragung, direkt nach dem „ESC-Countdown“ im Ersten.
Doch erst als Victoria Swarovski (32) und Michael Ostrowski (53) die Bühne betraten, erschien der „Live“-Schriftzug unter dem Logo. Das dauerte 12 Minuten und 45 Sekunden. Wie „tvspielfilm.de“ berichtet, ist die Szene auch weiterhin in der ARD-Mediathek nachvollziehbar. Für viele wirkte das Bild dadurch zunächst wie eine Aufzeichnung. Die ARD selbst hat sich noch nicht dazu geäußert.
Thorsten Schorn sprach von Beginn an in Echtzeit
Dass tatsächlich eine vorproduzierte Generalprobe gesendet wurde, gilt unter Beobachtern jedoch als wenig wahrscheinlich. Das internationale Signal aus Wien lief offenbar synchron, zudem war Kommentator Thorsten Schorn (50) von der ersten Sekunde an passend zu den Bildern zu hören. Genau dieser Punkt spricht klar gegen eine Konserve.
Vieles deutet deshalb eher auf ein Problem bei der deutschen Sendeabwicklung hin als auf eine bewusste Entscheidung gegen eine Live-Ausstrahlung. Auch deshalb verlagerte sich die Debatte schnell von der Show selbst auf die Technik hinter den Kulissen.
ARD-Regie könnte den „Live“-Hinweis zu spät eingeblendet haben
Als mögliche Erklärung gilt ein Fehler in der Regie beim Umschalten vom Vorprogramm auf das internationale Signal. Der „Live“-Hinweis wird in Deutschland üblicherweise als eigene Grafikebene über das Bild gelegt und offenbar nicht automatisch eingeblendet. Laut „Focus“ könnte dieser Schritt in der Hektik der ersten Minuten schlicht vergessen worden sein.
Erst nachdem zahlreiche Hinweise aus dem Publikum eingegangen waren, dürfte die Panne bemerkt und korrigiert worden sein. Für Sarah Engels, deren Abend sportlich enttäuschend verlief, blieb der Wirbel um die Übertragung dennoch ein zusätzlicher Nebenschauplatz.
Auch Moldau-Eklat und Outfit-Debatten prägen den Abend
Neben dem fehlenden „Live“-Zeichen wurde die Show noch aus anderen Gründen diskutiert. Rund um die Moderation war vor allem der Look von Michael Ostrowski Thema. Außerdem sorgte ein Eklat in Moldau für Schlagzeilen: Dort trat ein ESC-Fernsehchef nach Protesten gegen eine Jury-Entscheidung zurück.
Wie „Bunte“ berichtet, beschäftigte viele Fans zudem die Frage, warum Deutschlands Beitrag am Ende nicht überzeugen konnte. Trotz all dieser Nebengeräusche blieb das Finale selbst ein großes Fernsehereignis, auch wenn ausgerechnet die ersten Minuten mehr Verwirrung als Glanz lieferten.