Mit der letzten Ausgabe von „Immer wieder sonntags“ am 6. September ist nach mehr als 30 Jahren eine feste Größe im Ersten zu Ende gegangen. Stefan Mross moderierte die Musikshow 21 Jahre lang und hatte seine Enttäuschung über die Absetzung bereits mehrfach öffentlich gemacht. Nach der finalen Sendung verließ er auch die After-Show-Party im Hotel Santa Isabel nach kurzer Zeit. Dort richtete er scharfe Worte an die Verantwortlichen und sprach offen darüber, wie er das Ende der Sendung erlebt hat.

Stefan Mross spricht von einem Rauswurf

Bei dem Auftritt nach der letzten Sendung sagte der Moderator: „Ich habe immer zu euch gehalten.“ Er habe nie ein schlechtes Wort über ARD oder SWR verloren. Weiter sagte er: „Das war mir ganz, ganz wichtig, weil das Positive überwiegt. Das ist wie in einer Ehe. […] Man hat ja eine wunderbare Zeit hinter sich. Nur das Ende, das Finale: Irgendwann trennt man sich. Wie man sich trennt, ist eine andere Sache.“ In Richtung Clemens Bratzler sagte Mross außerdem, er sei „vorgeführt“ worden und fügte hinzu: „Es hieß überall, du hast mich rausgeschmissen. Ja, es war so!“

Clemens Bratzler nennt die Entscheidung brutal

Inzwischen hat sich auch Clemens Bratzler geäußert. Der SWR-Programmdirektor Unterhaltung sagte im Interview mit RadioBWSchlager1: „Ich weiß, dass das für ihn total hart war, auch ihm das zu sagen.“ Außerdem sagte er: „Das hat eine Brutalität für jemanden, der so für dieses Format gelebt hat.“ Bratzler trägt nach eigenen Worten die Verantwortung für die Entscheidung, betonte aber zugleich, dass die Absetzung nicht von ihm allein getroffen worden sei. An der Abwägung seien viele im SWR und in der ARD beteiligt gewesen.

Der SWR verweist auf Quoten und Spardruck

Als Gründe nannte Bratzler den Rückgang des linearen Fernsehens und den finanziellen Druck. Er sagte, dass immer weniger Menschen klassisch fernsehen und verwies dabei auch auf jüngere Generationen. Die Quoten der Sendung seien bis zuletzt gut gewesen, zugleich aber niedriger als noch vor zehn Jahren. Mit der letzten Ausgabe erreichte die Show rund 1,6 Millionen Zuschauer. Bratzler bezeichnete das Ende nach 31 Jahren als die schwierigste Entscheidung seit seinem Amtsantritt als Direktor.

Für Stefan Mross endet die Bühne beim SWR

Trotz der klaren Haltung zur Absetzung fand Bratzler auch persönliche Worte für den Moderator. „Ich wünsche ihm wirklich alles, alles Gute“, sagte er und ergänzte, er sei sicher, dass Mross weiter einen Weg finden werde, „auch wenn diese Bühne jetzt erstmal für ihn nicht mehr zur Verfügung steht“.

Zudem hoffe er, dass der Moderator ihm die Entscheidung nicht persönlich übelnehme. Für Stefan Mross steht unterdessen bereits das nächste Fernsehprojekt an: Am 17. September ist er live zu Gast in einer Spezialausgabe der „Stefan Raab Show“ bei RTL.