„Ein Schloss am Wörthersee“ gehört zu den Serien, die weit über ihre eigentliche Laufzeit hinaus präsent blieben. Die Geschichte um Hotelerbe Lennie Berger, gespielt von Roy Black (†47), verband Urlaubskulisse, Familienunterhaltung, Romanzen und Intrigen zu einem Format, das die frühen 1990er prägte.
Roy Black gab der Serie ein Gesicht
Gedreht wurde in Velden in Kärnten, und genau dieser Ort wurde Teil des Erfolgs. Die Reihe erreichte ein Millionenpublikum, wurde in mehr als 40 Länder verkauft und machte den Wörthersee für viele Zuschauer zum Sehnsuchtsort. Im Zentrum stand Roy Black als charmanter Hotelchef Leonhard „Lennie“ Berger. Für den Sänger wurde die Produktion zum großen TV-Comeback.
Laut Kurier.at lief bereits die erste Folge vor rund sechs Millionen Zuschauern. Die Mischung aus Leichtigkeit, Flirts, Geschäftskonflikten und heiler Ferienwelt passte zum Ton der Zeit. Auch aus heutiger Sicht bleibt diese Besetzung entscheidend: Ohne Roy Black wäre die Serie kaum so eng mit einer Figur verbunden gewesen. Nach seinem Tod 1991 fehlte genau diese prägende Hauptfigur.
Julia Biedermann erinnert sich an den Sommer in Velden
Schauspielerin Julia Biedermann (59) spielte Zimmermädchen Ida, die in der Handlung zur Verlobten von Lennie Berger wurde. Sie beschrieb die Dreharbeiten als „eine himmlische Zeit“, so Julia Biedermann in einem Gespräch mit Kurier.at. Für sie war die Serie auch beruflich wichtig, weil sie nach frühen Kinder- und Teenagerrollen damit erwachsenere Figuren spielen konnte.
In dem Interview sprach sie außerdem über den großen Andrang am Set: Busse mit Urlaubern kamen nach Velden, bei Drehs standen Hunderte Schaulustige vor Ort, und weibliche Fans verfolgten Roy Black teils sogar bis nach Hause.
Velden wurde selbst zur Hauptrolle
Zum Reiz der Serie gehörte nicht nur die Handlung, sondern auch der Schauplatz. Das Schloss, der See und die sommerliche Postkartenkulisse machten Velden zu mehr als nur einem Drehort. Der Ort profitierte lange von diesem Bild. Der Tagesspiegel berichtete schon 2008, dass Roy Black dort weiterhin allgegenwärtig sei, mit Denkmal am Ufer und Souvenirs in Geschäften.
Die Serie knüpfte zudem an die Tradition der Wörthersee-Filme an und führte sie ins Fernsehen weiter. So verband sie Schlager, Tourismus und Fernsehunterhaltung auf eine Weise, die bis heute wiedererkannt wird.
Die neue Doku hält die Erinnerung lebendig
2026 blickte eine ORF-Dokumentation auf Entstehung, Erfolg und Vermächtnis der Produktion zurück. Wie On.orf.at berichtet, kommen darin Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zu Wort. Die Doku erinnert auch an Roy Black als verstorbene Hauptfigur der Serie.
Parallel wurde in Velden das Jubiläum gefeiert, bei einer Gala zum runden Seriengeburtstag mit Gästen wie Uschi Glas (82) und Ottfried Fischer (72). Gerade diese Mischung aus Fernsehgeschichte, Star-Erinnerungen und starkem Schauplatz erklärt, warum „Ein Schloss am Wörthersee“ bis heute nicht vergessen ist.
Quellen: on.orf.at, abendzeitung-muenchen.de, kurier.at, tagesspiegel.de, KI-unterstützt