Als die ARD-Serie „Die Heiland – Wir sind Anwalt“ 2018 startete, spielte Schauspielerin Lisa Martinek die Figur der blinden Anwältin Romy Heiland mit großer Intensität. Umso größer war der Schock, als die 47-Jährige im Juni 2019 völlig unerwartet starb – kurz bevor die Dreharbeiten für eine weitere Staffel beginnen sollten. Trotzdem entschied sich das Team, die Geschichte von Romy Heiland weiterzuerzählen. Seit November 2019 steht Schauspielerin Christina Athenstädt für die Rolle vor der Kamera und führt das Erbe ihrer verstorbenen Kollegin weiter.
Christina Athenstädt übernimmt Rolle von Lisa Martinek
Die ARD bestätigte damals, dass Christina Athenstädt die Hauptfigur Romy Heiland fortführen wird. Die 40-Jährige bringt langjährige TV-Erfahrung mit und sollte den Charakter nicht neu erfinden, sondern behutsam weiterentwickeln. Allen Beteiligten war wichtig, die etablierte Serienwelt zu erhalten und gleichzeitig Raum für eine neue Interpretation zu schaffen. Athenstädt überzeugte Redaktion und Produktion mit einem präzisen, schnörkellosen Spiel und großer emotionaler Bandbreite. Ihr Einstieg markierte einen Neuanfang unter schwierigen Umständen – getragen von Respekt vor Lisa Martinek und ihrer Leistung.
RBB-Redakteurin würdigt Lisa Martinek
Besonders deutlich wurden die Emotionen in den Worten von Daria Moheb Zandi, verantwortliche Redakteurin beim Rundfunk Berlin-Brandenburg. „Lisa Martinek hat sich die Rolle der blinden Anwältin Romy Heiland nach dem Vorbild von Pamela Pabst perfekt zu eigen gemacht. Lisa Martinek war für ‚Die Heiland‘ ein Glücksfall. Ihr plötzlicher Tod hat alle Beteiligten zutiefst getroffen“, so Zandi gegenüber tvspielfilm.de. Gleichzeitig betonte sie, dass sich Redaktion und Produktionsfirma einig gewesen seien, die Serie fortzuführen. Die Figur Romy Heiland sollte bleiben, ebenso der vertraute Serienkosmos – mit einer neuen, sorgfältig ausgewählten Hauptdarstellerin.
Vorbild Pamela Pabst begleitet die Serie weiter
Die Figur Romy Heiland ist an die Biografie der Berliner Strafverteidigerin Pamela Pabst angelehnt, der ersten blinden Strafverteidigerin Deutschlands. Sie stand schon Lisa Martinek beratend zur Seite und unterstützt die Produktion weiterhin. Pabst hat früh zugesagt, auch Christina Athenstädt bei der Vorbereitung zu begleiten. Damit bleibt die Serie eng an der realen Lebenswelt einer blinden Juristin orientiert. Für Athenstädt bedeutet das nicht nur fachliche Hilfe, sondern auch eine besondere Verantwortung: Sie soll die Herausforderungen des Alltags einer blinden Anwältin authentisch und respektvoll darstellen.
Dreharbeiten in Berlin nach schwerem Einschnitt
Nach dem Tod von Lisa Martinek standen die Dreharbeiten zunächst still. Eigentlich hätte die zweite Staffel direkt im Anschluss an die erfolgreiche ersten Folgen entstehen sollen. Schließlich legte die ARD den Starttermin für die neuen Dreharbeiten auf den 19. November 2019 in Berlin fest - gut neun Monate nach Martineks Tod.
Trotz Trauer war klar: Die Serie sollte nicht nur unterhalten, sondern auch das Andenken an Lisa Martinek bewahren – und zugleich zeigen, wie Christina Athenstädt der Figur Romy Heiland ihre eigene, starke Note verleiht. Bis heute ist Athenstädt in der Rolle zu sehen und die Serie feiert noch immer große Erfolge.