Seit vielen Jahren verkörpert Schauspielerin Monika Baumgartner in der ZDF-Erfolgsserie „Der Bergdoktor“ die resolute, warmherzige Lisbeth Gruber – das emotionale Zentrum der Gruber-Familie rund um TV-Arzt Martin, gespielt von Hans Sigl. Im echten Leben steht die 74-Jährige seit fast fünf Jahrzehnten vor der Kamera und auf der Theaterbühne. In einem Interview mit „t-online“ zeigt sich die vielfach ausgezeichnete Künstlerin von einer sehr persönlichen Seite und spricht ungewohnt offen über das Älterwerden, die eigene Endlichkeit und einen Verlust, der sie zuletzt besonders getroffen hat.
Monika Baumgartner über das Älterwerden
Im Gespräch macht die TV-Darstellerin deutlich, wie präsent das Thema Vergänglichkeit in ihrem Alltag geworden ist. „Ich werde nächstes Jahr 75. Da ist es logisch, dass man sich damit beschäftigt“, erklärt sie. Sie empfinde, dass sie im „hinteren Teil“ ihres Lebens angekommen sei. Besonders einschneidend sei für sie, dass immer mehr Kolleginnen und Kollegen aus langjährigen gemeinsamen Arbeitsjahren fehlen. „Die Einschläge kommen näher“, sagt Baumgartner. Mit jedem Abschied werde ihr bewusster, dass das Leben begrenzt ist: „Je älter man wird, desto mehr wird einem die eigene Endlichkeit klar.“ Diese Klarheit sei zwar schmerzhaft, aber auch ehrlich.
Schmerzlicher Abschied von treuer Begleiterin
Neben den Verlusten im beruflichen Umfeld traf die Schauspielerin zuletzt ein sehr persönlicher Einschnitt. Vor wenigen Monaten musste sie ihre Katze einschläfern lassen, die sie 15 Jahre lang begleitet hatte. „Das war furchtbar“, erinnert sich Baumgartner im Interview. Das Tier sei ein wichtiger Teil ihres Alltags gewesen, ein stiller Fixpunkt im Leben der Künstlerin. Der Moment des Abschieds habe ihr erneut vor Augen geführt, wie sehr der Tod zum Leben gehört. „Der Tod ist allgegenwärtig“, betont sie. Gleichzeitig räumt sie ein, dass viele Menschen – sie selbst eingeschlossen – dieses Thema im Alltag lieber verdrängen, obwohl es jede und jeden betrifft.
Glauben zwischen Hoffnung und Zweifel
Auf die Frage, ob sie an ein Leben nach dem Tod glaube, zeigt sich Baumgartner nachdenklich und ambivalent. Sie wünsche sich, dass jede Person glauben dürfe, was ihr helfe, mit Verlusten umzugehen. Manchmal habe sie das Gefühl, dass es „etwas“ geben müsse, das über das sichtbare Leben hinausgeht – ein Ort oder Zustand, an dem ein Wiedersehen mit geliebten Menschen oder auch mit ihrer Katze möglich wäre. Doch dann wiederum komme ihr dieser Gedanke „wie ein Schmarrn“ vor, wie „t-online“ zitiert. Ihr Glaube sei kein starres System, sondern schwanke zwischen Hoffnung und Zweifel.
Serienrolle Lisbeth und persönliche Parallelen
In „Der Bergdoktor“ wird das Thema Tod ebenfalls nicht ausgespart. In einer neuen Folge sagt Baumgartners Figur Lisbeth zu ihrem Sohn Martin: „Man ist von jetzt auf gleich nicht mehr da.“ Dieser Satz erhält vor dem Hintergrund der realen Gedanken der Schauspielerin besondere Tiefe.
Seit 2008 steht sie für die ZDF-Produktion vor der Kamera und verkörpert eine Frau, die ihre Familie durch Krisen trägt und gleichzeitig mit eigenen Ängsten konfrontiert ist. Wenn im Januar 2026 die 19. Staffel startet, dürfte dieser Moment vielen Fans im Gedächtnis bleiben. Für Baumgartner scheinen sich damit Fiktion und Realität zu berühren – eine erfahrene Künstlerin, die ihre persönlichen Erfahrungen sensibel in ihre Rolle einfließen lässt.