Mit Franz Beckenbauer (✝78) verlor Deutschland eine der prägendsten Figuren der Sportgeschichte. Der frühere Fußballer, Trainer und Funktionär starb am 7. Januar 2024 im Alter von 78 Jahren. Sein Tod kam nach einer langen Phase gesundheitlicher Probleme, in der er sich immer weiter aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte. Herzprobleme, Parkinson und ein Augeninfarkt belasteten ihn in den letzten Jahren schwer.

Der tragische Tod von Franz Beckenbauer

Der Mann, den viele nur den „Kaiser“ nannten, starb fernab der großen Bühne, still und ohne öffentliche Abschiedsmomente. Gerade diese Zurückgezogenheit machte die Nachricht für viele Menschen besonders schmerzlich.

Sein letzter öffentlicher Termin lag schon Monate vor seinem Tod zurück. Am 6. Januar 2023 hatte sich Franz Beckenbauer beim traditionellen Karpfen-Essen im Hotel „Kitzhof“ in Kitzbühel gezeigt. Dort waren rund 100 Gäste eingeladen, darunter auch Andreas Brehme (✝63) und Maria Höfl-Riesch (41).

Damals sprach er noch offen über seinen Zustand. „Mir geht es den Umständen entsprechend so weit gut. Wenn es so bleibt, bin ich zufrieden“, sagte Beckenbauer laut „Bild“. Es war ein kurzer Satz, der im Rückblick besonders nachhallte, weil er viel über seine Lage verriet und zugleich seine zurückhaltende Art zeigte.

Treffen der Weltmeister von 1990 fand ohne den Kaiser statt

Wie stark sich sein Gesundheitszustand verändert hatte, zeigte sich auch im Sommer 2023. Als sich die Weltmeister von 1990 in Grassau im Chiemgau trafen, konnte Beckenbauer nicht mehr dabei sein. Für viele Weggefährten war das ein deutliches Zeichen, wie sehr ihn die vergangenen Jahre geschwächt hatten.

Auch Stadionbesuche waren längst selten geworden. Sein letzter Besuch in einer Arena fand bereits am 26. August 2022 statt, als er die Bundesliga-Partie zwischen Hoffenheim und Augsburg verfolgte. Dass er nicht beim FC Bayern war, hing mit einer Behandlung in einer nahegelegenen Klinik zusammen.

FC Bayern trauerte um seine größte Vereinsikone

Besonders eng blieb sein Name mit dem FC Bayern verbunden. Dort hatte Franz Beckenbauer 1964 in der ersten Mannschaft debütiert und den Großteil seiner Karriere verbracht. Sein letzter Besuch in der Allianz Arena lag zum Zeitpunkt seines Todes bereits lange zurück: Beim 4:0 gegen den VfB Stuttgart war er noch einmal im Stadion gewesen, mitten in der Corona-Zeit.

Der Verein nahm Abschied von einer Persönlichkeit, die den FC Bayern über Jahrzehnte geprägt hatte, sportlich wie auch als Repräsentant. Beckenbauer stand wie kaum ein anderer für den Aufstieg des Klubs zur internationalen Größe.

Franz Beckenbauer wurde zweimal Weltmeister

Nicht nur auf Vereinsebene hinterließ er bleibende Spuren. Franz Beckenbauer galt als eine „Lichtgestalt des deutschen Fußballs“, wie „phoenix.de“ berichtete. 1974 gewann er als Kapitän mit der deutschen Nationalmannschaft die Weltmeisterschaft, 1990 folgte der WM-Triumph als Teamchef. Dieses Kunststück gelang nur ganz wenigen im Weltfußball.

Später spielte er auch bei New York Cosmos und dem Hamburger SV, dazu kam seine Rolle bei der WM 2006 in Deutschland. Trotz späterer Debatten um das Sommermärchen blieb sein sportliches Vermächtnis außergewöhnlich groß und für Generationen von Fans prägend.