Choreograf und TV-Moderator Detlef Soost (56) hat in Barbara Schönebergers (52) Podcast „Mit den Waffeln einer Frau“ ungewöhnlich offen über seine Jugend gesprochen. Er erinnerte sich an die Zeit nach dem Mauerfall, als ihn die neue Realität im wiedervereinten Deutschland nach eigenen Worten völlig aus dem Tritt brachte.
Detlef Soost hatte 65.000 Mark Schulden
Statt Verantwortung zu übernehmen, verdrängte er Mahnungen, Rechnungen und Schreiben vom Gerichtsvollzieher. So wuchs ein Schuldenberg, der schließlich sogar vor Gericht endete. Was heute wie ein ferner Abschnitt wirkt, wurde für ihn damals zum tiefsten Einschnitt seines Lebens.
Wie Focus berichtet, beschrieb Soost seinen damaligen Zustand als „verängstigt und ohne Plan“. Er habe Briefe konsequent ignoriert und seinen Briefkasten kaum beachtet. Diese „Drei-Affen-Taktik“ führte dazu, dass sich seine Verbindlichkeiten immer weiter summierten.
Am Ende standen 65.000 Mark Schulden im Raum, darunter allein 14.000 D-Mark Mietrückstände. Dazu kamen teure Fehlentscheidungen im Alltag. „Kein Licht, kein warmes Wasser in der Wohnung, aber ein Audi Cabrio“, sagte Detlef Soost laut Focus. Auch ein Lexikon für 3.400 Mark und ein Fernseher auf Raten verschärften die Lage.
Audi Cabrio wurde für Schmuggelfahrten genutzt
Besonders drastisch wirkt heute seine Schilderung der Fahrten nach Polen. Gemeinsam mit einem Freund nutzte er das Cabrio, um Zigaretten in Hohlräumen des Wagens über die Grenze zu bringen und anschließend weiterzuverkaufen. Anfangs funktionierte das offenbar, doch der riskante Plan hielt nicht lange.
„Das ging zweimal gut, dann wurden wir schlampig“, so Detlef Soost laut Bunte. Danach wurden die beiden erwischt. Die Episode zeigt, wie weit ihn Geldnot und fehlende Orientierung damals trieben. Aus einzelnen Fehltritten war längst ein gefährlicher Absturz geworden.
33 Tage Haft, doch nach einem Tag kam Hilfe
Schließlich wurde Soost wegen seiner Schulden verurteilt und sollte 33 Tage im Gefängnis verbringen. Tatsächlich blieb es bei einem einzigen Tag in den Berliner Justizvollzugsanstalten Moabit und Plötzensee. Dass er so schnell wieder freikam, verdankte er einer Freundin.
Diese nahm für ihn einen Kredit auf und löste diesen noch am ersten Tag aus. Dieser Moment traf ihn hart. Er erkannte, dass es so nicht weitergehen konnte. Der Aufenthalt hinter Gittern dauerte kurz, doch die Wirkung auf sein weiteres Leben war umso größer.
Martin Strube half beim Neuanfang
Nach diesem Einschnitt zog Soost Konsequenzen. Er nannte die Erfahrung selbst seinen Tiefpunkt und zugleich den Wendepunkt. Unterstützung bekam er von Martin Strube, der ihn schon zu Beginn seiner Laufbahn als Tänzer gefördert hatte. Strube half ihm mit Kontakten zu Gläubigern und gab ihm eine Anstellung, damit er seine Schulden Schritt für Schritt zurückzahlen konnte.
Heute sind beide weiterhin befreundet. Der Choreograf, der nach eigenen Angaben inzwischen keine finanziellen Probleme mehr hat, zeigt mit diesem Rückblick auch, wie eng Scheitern, Scham und ein später Neuanfang miteinander verbunden sein können.