Der Dokumentarfilm „Was haben wir gelacht“ richtet den Blick auf Frauen im deutschen Showgeschäft der Neunziger- und frühen 2000er-Jahre. Im Mittelpunkt stehen Erfahrungen aus einer Branche, in der Männer lange den Ton angaben und Frauen oft auf stereotypische Rollen und ihre Optik reduziert wurden.
Schauspielerin Esther Schweins erinnert sich darin an einen TV-Moment, der sie bis heute stark berührt. Gezeigt wird ein Auftritt bei „Wetten, dass..?“, der aus heutiger Sicht eine ganz andere Wirkung entfaltet. Die Szene wurde auch auf Instagram geteilt.
Esther Schweins spricht über ihren Auftritt von 1996
In der Doku wird ein Ausschnitt aus dem Jahr 1996 gezeigt: Thomas Gottschalk führt Esther Schweins an der Hand zu seiner Couch, rückt ihr mehrfach körperlich nahe und liest anzügliche Kommentare vor. Die heute 56-Jährige reagiert darauf sichtlich getroffen.
„Ich habe heute das Herzklopfen, das ich damals in dieser Situation hatte“, sagt Esther Schweins in der Doku. Außerdem schildert sie, sie habe sich damals „in die Enge getrieben“ gefühlt und keine Worte dafür gehabt, dass es ihr auf dem Sofa nicht gut ging.
Reaktionen im Netz fallen heftig aus
Die gezeigte Szene löste online viele deutliche Kommentare aus. Unter einem Instagram-Beitrag der Produktionsfirma schrieben Nutzer etwa, der Ausschnitt sei „maximal unangenehm“, „übergriffig“ oder „einfach nur abstoßend“. Andere lobten, dass solche Bilder heute offen diskutiert werden.
Gleichzeitig gab es auch Gegenstimmen. Einige User verteidigten Thomas Gottschalk mit dem Hinweis, man dürfe frühere Fernsehauftritte nicht nach heutigen Maßstäben bewerten. Gerade diese gegensätzlichen Reaktionen zeigen, wie stark das Thema bis heute polarisiert.
Auch Harald Schmidt und Stefan Raab sind Thema
Der Film von Eva Müller und Isabelle Schneider feierte im Juni beim Filmfest München Weltpremiere, Anfang Juli folgte die Kinopremiere. Neben Esther Schweins kommen auch Maren Kroymann, Bettina Böttinger, Gaby Köster und Hella von Sinnen zu Wort.
Die Doku beschränkt sich nicht auf eine einzelne Szene. Sie beleuchtet auch den Umgang weiterer prägender TV-Gesichter jener Jahre, darunter Harald Schmidt und Stefan Raab.
Thomas Gottschalk hatte sein Verhalten schon 2024 in einem „Spiegel“-Interview verteidigt und erklärt, Berührungen im Fernsehen seien für ihn rein dienstlich gewesen. Der Film macht nun sichtbar, wie anders viele Frauen diese Situationen erlebt haben.