In der NDR-Talkshow „DAS!“ gewährte Schauspieler Sven Martinek einen selten persönlichen Einblick in sein Leben abseits der Kamera. Der Star der ARD-Krimireihe „Morden im Norden“ sprach offen über seine frühere Alkohol- und Drogenzeit und darüber, wie er sich vor einigen Jahren bewusst für einen anderen Weg entschieden hat. An der Seite von Schauspieler Ingo Naujoks, mit dem er seit vielen Jahren das Ermittler-Duo Lars Englen und Finn Kiesewetter spielt, schilderte der 61-Jährige, wie aus einem riskanten Lebensstil ein reflektierter Neuanfang wurde, der auch seine Familie und Freundschaften neu geprägt hat.

Sven Martinek über Alkohol, Drogen und den entscheidenden Cut

Im Gespräch auf dem roten Sofa des NDR wurde es schnell ernst. „Ich war schon heftig unterwegs. Was Alkohol und Drogen und all diese ganzen Sachen anging“, gestand Martinek. Über Jahre habe der Konsum sein Leben bestimmt, bis ein Moment der Klarheit kam: „Wenn ich so weitermache, bin ich irgendwann nicht mehr da oder liege in irgendeiner Klinik.

Vor rund sechs Jahren zog er die Reißleine. „Ab jetzt gibt’s einen Cut, ab jetzt muss ich mein Leben verändern und bewusst leben, verantwortungsvoll leben“, beschrieb er seine innere Entscheidung. Aus dem früheren Weglaufen vor Problemen sei Schritt für Schritt ein bewusster Umgang mit sich selbst und seinem Umfeld geworden.

Ehrliche Briefe an alle Kinder als Wendepunkt in der Familie

Besonders emotional wurde es, als Martinek von seinem Umgang mit seinen Kindern sprach. Aus Angst und Scham habe er lange den Kontakt gemieden, erzählte er. Schließlich entschloss sich der Schauspieler, allen Kindern ausführliche, ehrliche Briefe über seine Vergangenheit zu schreiben. „Ich habe aus Angst viel den Kontakt zu meinen Kindern vermieden, ich war nicht ich selber, bin vor mir weggerannt. Und das wollte ich nicht mehr“, erklärte er.

Zu seiner ältesten Tochter, Moderatorin Esther Sedlaczek, hatte er 16 Jahre lang keinen Kontakt. Der Schritt zur Offenheit zahlte sich aus: „Je ehrlicher man ist, desto mehr offene Arme bekommt man.“ Die Reaktion seiner Familie habe ihn tief berührt und in seinem neuen Kurs bestärkt.

Unterstützung von Partnerin Bianca und neues Coaching-Engagement

Eine wichtige Rolle in diesem neuen Lebenskapitel spielt seine Partnerin Bianca Rütter, mit der er seit einigen Jahren liiert ist. Sie habe ihn maßgeblich darin unterstützt, Verantwortung zu übernehmen und alte Muster hinter sich zu lassen. Heute engagiert sich das Paar im Coaching-Bereich, um anderen Menschen bei persönlichen Veränderungen zu helfen. „Es gibt noch so viel zu lernen“, erklärte Martinek laut Focus.

Serienkollege Naujoks, der die Entwicklung aus nächster Nähe erlebte, zeigte sich beeindruckt: „Ich war mega stolz auf den Mann an meiner Seite. Es hat mir gezeigt, dass Veränderung möglich ist, wenn man sie wirklich will.“ Aus einer riskanten Vergangenheit ist so ein öffentliches Bekenntnis zu Ehrlichkeit, Verantwortung und zweiter Chance geworden.

14 Jahre „Morden im Norden“ und eine echte Männerfreundschaft

Neben der privaten Geschichte rückte auch die besondere Verbindung zu Serienpartner Ingo Naujoks in den Fokus. Seit 2006 stehen die beiden für „Morden im Norden“ gemeinsam vor der Kamera, die Zusammenarbeit prägt inzwischen eine enge Freundschaft. „Wir arbeiten jetzt seit 14 Jahren zusammen. Das Tolle ist, dass es bei uns überhaupt keine Eifersucht oder Neid gibt – wir ergänzen uns einfach super“, erklärte Martinek, wie web.de berichtet.

Naujoks betonte, man müsse nicht jede freie Minute zusammen verbringen, um sich nah zu sein. Wichtiger seien die „tollen Gespräche“ und das Vertrauen, dass die Tür des anderen immer offenstehe – beruflich wie privat.