Der Tod ihres Sohnes Max hat das Leben von Ex-Weitspringerin Susen Tiedtke tief verändert. Der Jugendliche starb Anfang März plötzlich mit nur 17 Jahren, nachdem zunächst kaum jemand ahnte, wie ernst sein Zustand war.
Heute blickt die 57-Jährige auf die letzten Begegnungen mit ihrem Sohn zurück und erinnert sich an Momente, die ihr im Nachhinein bedrückend erscheinen. Vor allem ein nächtlicher Anrufversuch beschäftigt sie bis heute. Dass sie diesen Anruf nie entgegennehmen konnte, ist für die frühere Spitzensportlerin eine bleibende Belastung.
Susen Tiedtke erinnert sich an den letzten Abend mit Max
Am Abend vor seinem Tod wirkte alles zunächst ganz gewöhnlich. Nach dem Essen ging Max die Treppe hinauf in sein Zimmer. Doch genau in diesem Moment hatte seine Mutter ein ungewohntes Gefühl. „Als er hochging, hatte ich das Gefühl, ich muss ihm winken. Das habe ich sonst nie getan“, sagte Susen Tiedtke der „Bild“.
Diese Geste wurde zum letzten direkten Kontakt zwischen Mutter und Sohn. In der Nacht versuchte Max dann noch, sie telefonisch zu erreichen. Ihr Handy war jedoch ausgeschaltet. Die Frage, warum er anrief, begleitet sie seitdem ohne Pause.
Die Obduktion nennt eine schwere Herzmuskelentzündung
Erst nach dem Tod des Jugendlichen wurde klar, was medizinisch hinter dem plötzlichen Zusammenbruch steckte. Die Obduktion ergab eine fortgeschrittene Herzmuskelentzündung. Rückblickend erinnert sich Susen Tiedtke an körperliche Veränderungen, die sie damals nicht als Warnsignal deuten konnte.
„Er sah grau im Gesicht aus, wie ein 80-Jähriger. Aber er fühle sich gut, sagte er“, so die ehemalige Sportlerin laut „Bild“. Monate davor hatte Max offenbar bereits Schmerzen verspürt. Weil diese nach einigen Tagen wieder verschwanden, ließ er sie nicht ärztlich abklären. Genau darin liegt heute eine besonders bittere Erkenntnis.
Max zeigte laut seiner Mutter schon vorher Warnsignale
Neben dem veränderten Aussehen denkt die ehemalige Leistungssportlerin auch an den Alltag ihres Sohnes zurück. Sie sieht in seinem Lebensstil einen möglichen zusätzlichen Belastungsfaktor. Gemeint sind lange Nächte vor dem Bildschirm, kaum Bewegung und eine unausgewogene Ernährungsweise.
Aus ihrer Sicht kann dauerndes Gaming den Körper stark beanspruchen. „Zocken ist Dauerstress“, so Susen Tiedtke. Für die Mutter ergibt sich daraus im Rückblick ein Gesamtbild aus kleinen Hinweisen, die einzeln harmlos wirkten, zusammen aber eine ernste Entwicklung andeuteten.
Susen Tiedtke beschreibt ihr Leben nach dem Verlust
Der Schmerz über den Tod ihres Sohnes ist geblieben, doch Susen Tiedtke spricht auch darüber, wie sehr sich ihr eigenes Leben seitdem verändert hat. Die Trauer habe sie gezwungen, vieles neu zu ordnen und bewusster zu leben. Dabei geht es nicht darum, den Verlust kleiner zu machen, sondern einen Weg zu finden, mit ihm weiterzugehen.
Besonders eindringlich ist, dass sie trotz allem einen neuen Blick auf ihr Leben gewonnen hat. Sie sagt heute, dass sich alles komplett geändert habe: „Nun kann ich sagen: Ich bin happy. Und das macht auch Max glücklich“, so ihr rührendes Fazit im „Bild“-Interview.