Susen Tiedtke gehört zu den prägenden deutschen Leichtathletinnen der 1990er-Jahre. Die frühere Weitspringerin gewann Silber und Bronze bei Hallen-Weltmeisterschaften und erreichte bei den Olympischen Spielen in Sydney einen starken fünften Platz.

Nun spricht die 57-Jährige über ein Thema, das weit über den Sport hinausgeht: den Tod ihres Sohnes Max. Vor knapp einem Jahr verlor die ehemalige Olympia-Athletin ihr Kind völlig unerwartet. Mit ihrer Offenheit macht sie deutlich, wie tief dieser Einschnitt ihr Leben verändert hat und wie schwer der Weg zurück in den Alltag war.

Susen Tiedtke erinnert sich an den Tag mit Max

Auslöser war die Nachricht eines Freundes ihres Sohnes, der fragte, warum Max nicht ans Telefon gehe. Als Tiedtke in das Zimmer des Jugendlichen ging, fand sie ihn leblos auf dem Bett. „Und dann bin ich zu ihm ran und dann war er schon steif und blau“, sagte Susen Tiedtke gegenüber RTL.

Später stellte sich heraus, dass der 17-Jährige an einer nicht entdeckten Entzündung am Herzen gestorben war. Nach ihren Schilderungen gab es zuvor keine erkennbaren Symptome. Der Verlust traf die Mutter mit voller Wucht und veränderte von einem Moment auf den anderen alles.

Ex-Weitspringerin spricht über ihre tiefe Trauer

Nach dem Tod ihres Sohnes fiel die gelernte Heilpraktikerin in eine schwere Krise. Sie schilderte, wie sehr sie der Schmerz gelähmt habe und wie schwer es gewesen sei, überhaupt wieder einen Sinn zu finden. „Warum soll ich noch leben, wenn mein Sohn tot ist?“, so Susen Tiedtke.

Über Wochen habe sie kaum Kraft für den Alltag gehabt und nur auf dem Sofa gelegen. Diese Phase habe ihr gezeigt, wie radikal Trauer einen Menschen aus dem gewohnten Leben reißen kann und wie lang der Weg zurück zu neuer Stabilität ist.

Max war ihr jüngeres Kind mit Hendrik Dreekmann

Max war das jüngere gemeinsame Kind von Susen Tiedtke und Ex-Tennisspieler Hendrik Dreekmann. Das frühere Paar war von 2005 bis 2008 verheiratet, außerdem haben sie eine Tochter, die inzwischen erwachsen ist.

Susen Tiedtke findet durch Glauben neuen Halt

Trotz der tiefen Trauer versucht die frühere Leistungssportlerin inzwischen, Schritt für Schritt nach vorn zu gehen. Ein wichtiger Trost ist für sie der Gedanke, dass ihr Sohn nicht vollständig verschwunden ist. Dieser Glaube habe ihr geholfen, den Schmerz überhaupt auszuhalten. 

Ich glaube fest daran, dass der Körper nur die Hülle ist, in der die Seele für eine Weile lebt“, erklärte sie der „Bunte“. Und weiter: „Ich spüre, dass es Max gut geht. Trotzdem vermisse ich ihn unendlich.“

Ein Jahr lang habe sie nicht gearbeitet und von ihren Ersparnissen gelebt, nun wolle sie ihren neuen Weg finden. Dabei greift sie auch auf Erfahrungen aus ihrer Sportkarriere zurück: Disziplin, Zielstrebigkeit und der Wille, nicht aufzugeben. Mit ihrem offenen Umgang möchte sie anderen Betroffenen das Gefühl geben, nicht allein zu sein.