Schauspieler Siegfried Rauch und Hollywood-Star Steve McQueen galten auf der Leinwand als Rivalen – im Rennfilmklassiker „Le Mans“ standen sie sich als Gegner gegenüber. Abseits der Kameras entwickelte sich jedoch eine außergewöhnlich enge Freundschaft zwischen dem deutschen Charakterdarsteller und dem US-Idol.

Vor einigen Jahren sprach Rauch offen darüber, wie tief diese Verbindung reichte und wie sehr McQueen sich nach einem einfachen, geborgenen Leben sehnte. Die Geschichte zweier Männer, die im Glamour-Betrieb der Filmwelt etwas Seltenes fanden: echte Vertrautheit.

Siegfried Rauch und Steve McQueen werden „so richtig dicke Freunde“

Am Set von „Le Mans“ in den 1970er-Jahren herrschte Hochbetrieb, doch ausgerechnet die Distanz war der Beginn der Freundschaft. „Am Filmset schwirrten immer Hunderte Menschen um McQueen herum. Nur ich habe ihn ignoriert. Das hat ihm imponiert. Wir wurden so richtig dicke Freunde“, erinnerte sich Schauspieler Siegfried Rauch 2016 im Gespräch mit „Bild“.

Während andere den Star umschwärmten, begegnete Rauch ihm auf Augenhöhe. Aus Kollegen wurden Vertraute, die weit mehr teilten als nur Rennszenen und Drehpläne – es entstand ein Band, das auch nach Drehschluss Bestand hatte.

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Siegfried Rauch und Steve McQueen verband eine enge Freundschaft.

Hollywood-Star im bayerischen Dorf: McQueen bei Rauch in Murnau

Wie eng die Beziehung war, zeigte sich, als Steve McQueen einst mit seinem Porsche ins bayerische Murnau fuhr, um seinen Freund zu besuchen. Der Weltstar tauchte im beschaulichen Ort auf und fügte sich überraschend selbstverständlich in den Alltag von Rauchs Familie ein.

Der „Traumschiff“-Liebling erzählte der „Bild“: „Er war verliebt ins Landleben, saß glücklich bei meiner Mutter am Küchentisch, löffelte Sauerkraut und sagte mir: ,Siggi, so was habe ich nie gehabt, solche Geborgenheit, so eine Familie‘.“

Für den Actionhelden aus Hollywood war das einfache Familienleben in Oberbayern ein kostbarer Gegenentwurf zu seinem eigenen, von Brüchen geprägten Werdegang. Der US-Star war als Kind mit einer alkoholkranken Mutter aufgewachsen, seinen Vater kannte er nicht und mit 14 kam er schließlich in ein Heim.

Laut Rauch machte McQueen seine Arbeit zuletzt nicht mehr glücklich: „Die Schauspielerei hat ihn nicht mehr glücklich gemacht. Er wollte raus aus der Maschinerie, wollte sich einen Bauernhof in Bayern kaufen, doch seine Frau drängte ihn zurück nach Kalifornien.“

Tragische Enden: Herzversagen bei Rauch, Krebsleiden bei McQueen

Am Ende hatten die beiden Freunde nur eine kurze Zeit zusammen: McQueen starb bereits im Jahr 1980 mit 50 Jahren in einem Krankenhaus im mexikanischen Ciudad Juarez. Er litt an einem seltenen, meist tödlichen Lungenkrebs (Mesotheliom) und unterzog sich einer umstrittenen Behandlung mit alternativen Therapien. Nach einer Operation an einem großen Tumor kam es zu Komplikationen, schließlich zu einem tödlichen Herzstillstand, so die „Los Angeles Times“.

Siegfried Rauch starb 2018 im Alter von 85 Jahren in Obersöchering - 38 Jahre nach Steve McQueen. Nach einer Veranstaltung der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr sackte er zusammen und stürzte eine Treppe hinunter. Die Obduktion ergab Herzversagen als eigentliche Todesursache, der Sturz war nicht ausschlaggebend, erklärte sein Manager Michael Jodl laut „Abendzeitung München“.