Uschi Obermaier wird am heutigen 24. September 80 Jahre alt, doch ihr Name steht für viele bis heute für Jugend, Freiheit und eine außergewöhnliche Ausstrahlung. Die gebürtige Münchnerin prägte das Bild der späten 60er und 70er Jahre mit wilder Lockenmähne, Schmollmund und einem Look, der sie zur Ikone machte.
Schon früh fiel sie mit ihrer Erscheinung auf, erst in Münchner Klubs, dann als Model vor den Kameras großer Fotografen. Dass sie damals zu den schönsten Frauen ihrer Zeit zählte, gehört ebenso zu ihrer Geschichte wie der Umstand, dass sie diese Präsenz bis heute bewahrt hat.
Uschi Obermaier wurde vom Münchner Mädchen zum Fotomodell
Geboren wurde sie 1946 in München-Obersendling. Mit 13 verließ sie die Schule, wollte eigentlich Grafikerin werden und arbeitete zunächst als Tiefdruckretuscheurin. Bald landete sie selbst auf Fotos in der Presse und wurde in Schwabing Teil einer Szene, die Musik, Rebellion und neue Lebensentwürfe verband. Reporter der Zeitschrift „Twen“ entdeckten sie, wenig später fotografierten Helmut Newton und Richard Avedon das Model.
Auch die amerikanische „Vogue“ zeigte sie. Ihre schmale Figur, die markanten Gesichtszüge und ihr direkter Blick machten sie zu einer der auffälligsten Erscheinungen ihrer Generation.
Kommune 1 und Rolling Stones prägten ihr öffentliches Bild
1968 lernte sie Rainer Langhans kennen und zog mit ihm nach Westberlin in die Kommune 1. Dort wurde sie zum Gesicht der 68er-Bewegung, obwohl sie sich anfangs mit politischen Inhalten kaum auskannte. Parallel nahm ihre Karriere Fahrt auf, später stand sie auch für mehrere Spielfilme vor der Kamera. In derselben Zeit begann ihr Kontakt zu internationalen Rockstars. Ihr werden Affären mit Jimi Hendrix, Mick Jagger und Keith Richards nachgesagt.
Mit Dieter Bockhorn begann ein neues, raueres Kapitel
1973 zog sie nach Hamburg zu Dieter Bockhorn, dem „Prinz von St. Pauli“. Die Beziehung war intensiv, aber auch konfliktreich. Ab 1976 reiste das Paar in einem umgebauten Wohnmobil durch Afghanistan, Pakistan, Nepal, Indien, die USA und Mexiko.
In Indien heirateten sie nach hinduistischem Ritus, in Deutschland wurde diese Ehe nicht anerkannt. 1983 starb Bockhorn bei einem Motorradunfall in Cabo San Lucas. Danach blieb sie zunächst in den USA, lernte das Silberschmiede-Handwerk und baute sich als Schmuckdesignerin ein neues Leben auf. Später ließ sie sich erneut fotografieren, unter anderem mit 50 für den „Playboy“ und mit 60 für den „Stern“.
Heute lebt die 80-Jährige zurückgezogen in Portugal
2019 verließ Obermaier die USA und kehrte nach Europa zurück. An der Algarve kaufte sie ein Grundstück mit Farmhaus, Orangen- und Olivenbäumen. Dort lebt sie mit Hund und zeigt auf Instagram Eindrücke von Renovierungsarbeiten und ihrem Alltag. Äußerlich ist aus dem rebellischen Kommune-Girl längst eine Frau mit ruhigerem Stil geworden, doch die Wirkung ist geblieben.
Quellen: nachrichten.at, Bunte, suedtirolnews.it
