Sie galt als Motor eines ganzen Genres im deutschen Fernsehen – jetzt könnte die „Schillerstraße“ wieder auf den Bildschirm zurückkehren. Die Impro-Comedy, die Mitte der 2000er Jahre bei Sat.1 lief und zahlreiche Preise gewann, wird derzeit von Raab Entertainment neu entwickelt, wie dwdl.de berichtet. Nach einer langen Pause werden hinter den Kulissen Marken gesichert und Konzepte geprüft. Fans der Show, in der Stars mit Knopf im Ohr spontane Szenen spielten, dürfen auf eine moderne Version des Klassikers hoffen, auch wenn Sender und Besetzung noch offen sind.
Raab Entertainment plant „Schillerstraße“-Neuauflage
Nach Informationen von dwdl.de arbeitet Raab Entertainment an einer Neuauflage des Comedyformats. Geschäftsführer Daniel Rosemann betonte bereits im vergangenen Herbst, man sei „offen für alle“ Partner und nicht nur eine Produktionsschmiede für Stefan-Raab-Formate bei RTL. Laut dwdl.de entsteht die neue „Schillerstraße“ ohne Raab als Gastgeber und nicht exklusiv für RTL – und offenbar auch nicht für den früheren Heimatsender Sat.1. Welche Plattform sich am Ende die Rechte sichert, ist noch unklar, doch die Entwicklung läuft bereits im Hintergrund.
Kult-Show prägte Impro-Comedy im deutschen TV
Die „Schillerstraße“ wurde von Produzentin Maike Tatzig entwickelt und erstmals im Dezember 2004 ausgestrahlt. Das Konzept: Prominente spielen vor Live-Publikum Impro-Theater, während sie über einen Knopf im Ohr Anweisungen der Spielleitung erhalten, die nur sie und das Publikum hören – nicht aber ihre Mitspielenden. Das Format wurde mit dem Deutschen Comedypreis, dem Deutschen Fernsehpreis, einer Romy und der Rose d’Or ausgezeichnet. Nach einer kreativen Pause zwischen 2007 und 2009 brachte es die Show insgesamt auf 150 Folgen bei Sat.1 und setzte Maßstäbe für spontane Comedy im deutschen Fernsehen.
Stars, Export-Erfolg und gescheiterte Nachfolger
Als Setting diente zunächst die fiktive Wohnung von Komikerin Cordula Stratmann als Hauptmieterin, später übernahm Schauspieler Jürgen Vogel diese Rolle. Spielleiter war anfangs Georg Uecker, bevor Format-Erfinderin Maike Tatzig selbst die Regie im Ohr übernahm. Zu den Stammgästen gehörten unter anderem Annette Frier, Martin Schneider, Michael Kessler, Ralf Schmitz, Dirk Bach, Bernhard Hoecker, Oliver Pocher, Tetje Mierendorf, Dieter Nuhr, Jürgen von der Lippe, Oliver Welke, Mike Krüger und Martin Klempnow. International lief das Konzept in Ländern wie Italien, Russland, Frankreich, Finnland, Südafrika, Kanada und Griechenland. Nach dem Aus 2011 blieben Versuche, ähnliche Shows zu etablieren, ohne vergleichbaren Erfolg.