Für Sängerin Sarah Engels wird es ernst: Mit „Fire“ tritt die 33-Jährige am 16. Mai in Wien für Deutschland beim Eurovision Song Contest an. Die Erwartungen sind groß, doch die Kölnerin selbst setzt andere Schwerpunkte als nur die Platzierung. Im Mittelpunkt steht für sie die Botschaft ihres Songs.
Gleichzeitig meldet sich mit Hape Kerkeling ein langjähriger ESC-Kenner zu Wort und bewertet die Ausgangslage für Deutschland nüchtern. Damit bekommt der deutsche Beitrag kurz vor dem Finale noch eine zusätzliche Debatte, die Fans und Beobachter genau verfolgen.
Sarah Engels will mit „Fire“ vor allem Frauen Mut machen
Im Gespräch mit t-online.de machte Sarah Engels deutlich, dass sie ihren Auftritt nicht allein an Punkten oder Tabellenplätzen messen will. „Einen erfolgreichen Auftritt beim ESC würde ich gar nicht so sehr über die Platzierung definieren“, sagte Sarah Engels. Viel wichtiger sei ihr, mit „Fire“ Menschen zu erreichen. Besonders Frauen und junge Mädchen sollen sich angesprochen fühlen. Ihr Wunsch: Dass ihr Song Kraft gibt und dazu ermutigt, das eigene innere Feuer zu finden. Diese Haltung zeigt, dass die Sängerin den Wettbewerb nicht nur als Show, sondern auch als persönliche Botschaft versteht.
Hape Kerkeling sieht für Deutschland ein grundsätzliches Problem
Hape Kerkeling traut Deutschland beim ESC offenbar keinen leichten Weg nach vorn zu. Seine Einschätzung richtet sich dabei nicht gegen Sarah Engels oder ihren Song. Vielmehr sieht der Entertainer ein strukturelles Problem im Wettbewerb. In einer ARD-Dokumentation erklärt er, andere Länder profitierten oft von gegenseitiger Unterstützung bei der Punktevergabe. Deutschland dagegen stehe aus seiner Sicht häufig isoliert da. Kerkeling hält deshalb selbst bei einem starken Beitrag eine Platzierung im unteren Tabellenbereich für möglich. Seine Kritik zielt also auf das System und nicht auf die Sängerin.
Sarah Engels bleibt trotz möglicher Niederlage gelassen
Gerade diese ruhige Haltung könnte für Sarah Engels vor dem großen Auftritt ein Vorteil sein. Sie denkt nach eigenen Worten auch an den Fall, dass nicht alles nach Plan läuft. Dann zähle für sie vor allem der Rückhalt im Privatleben. Ihre Familie sei der Ort, an den sie immer zurückkehren könne, unabhängig vom Ergebnis auf der ESC-Bühne. Damit setzt die Sängerin einen klaren Kontrast zu der oft harten Erwartungshaltung rund um den Wettbewerb. Statt Druck und Perfektion stehen bei ihr Vertrauen, Nähe und ein stabiles Umfeld im Vordergrund.
Hape Kerkeling bringt viel ESC-Erfahrung mit
Dass Hape Kerkelings Worte so genau beachtet werden, hat auch mit seiner Geschichte beim Wettbewerb zu tun. Er moderierte von 1989 bis 1991 den deutschen Vorentscheid und war 2010 Präsident der fünfköpfigen Jury sowie Präsentator der deutschen Punktevergabe. Damals gewann Lena Meyer-Landrut für Deutschland, nachdem zuvor schon Nicole 1982 mit „Ein bisschen Frieden“ den Titel geholt hatte. Kerkeling kennt die Mechanismen des ESC also seit Jahrzehnten. Ob Sarah Engels seine skeptische Prognose widerlegt, entscheidet sich nun auf der Bühne in Wien. Fest steht: Ihr Fokus liegt längst nicht nur auf dem Endergebnis.