Es war ein Dienstagmorgen, der die Musikwelt für immer veränderte. Am 21. April 2016 wurde Prince Rogers Nelson leblos im Aufzug seines Studios Paisley Park im US-Bundesstaat Minnesota gefunden.

Der Künstler, der Generationen mit Songs wie „Purple Rain", „Kiss" und „When Doves Cry" bewegt hatte, war im Alter von 57 Jahren an einer versehentlichen Überdosis des Schmerzmittels Fentanyl gestorben. Jahrelang hatte er mit chronischen Schmerzen gekämpft – eine Seite, die er der Öffentlichkeit stets verborgen hatte.

Heute, zehn Jahre später, wird deutlich: Die Welt hat Prince nie wirklich losgelassen. Im Gegenteil. Seine Musik erlebt gerade eine neue Blütezeit – durch Tribute-Events, Frühlings-Playlists, Vinyl-Neuauflagen und einen regelrechten Boom auf Social Media.

Der Mann hinter „Purple Rain": Ein Weltstar mit Schicksalsschlägen

Geboren am 7. Juni 1958 in Minneapolis, wuchs Prince in einer musikalischen, aber zerrütteten Familie auf. Als seine Eltern sich trennten, war er sieben Jahre alt. Er brachte sich selbst das Klavierspielen bei und floh später zeitweise zu einer befreundeten Familie. Aus dem stillen Jungen wurde einer der produktivsten Künstler aller Zeiten.

Der große Durchbruch kam 1984 mit dem Album und Film „Purple Rain". Über 25 Millionen verkaufte Exemplare machten ihn über Nacht zur Ikone. Später folgten zeitlose Hits wie „1999", „Cream", „Raspberry Beret" und das legendäre „Batman"-Album. Am Ende standen mehr als 100 Millionen verkaufte Tonträger, sieben Grammys, ein Golden Globe und 1985 sogar der Oscar für den besten Filmsong zu Buche.

Prince und sein größter Schmerz: Der Verlust seines Sohnes

Hinter der schillernden Bühnenfigur verbarg sich ein Mann, der im Privaten schwere Schicksalsschläge verkraften musste. 1996 heiratete Prince die Tänzerin Mayte Garcia, seine große Liebe. Im selben Jahr wurde ihr gemeinsamer Sohn Boy Gregory geboren – doch das Baby litt an einer seltenen genetischen Erkrankung und starb nach wenigen Tagen. Ein Verlust, der Prince und Mayte tief zerbrach. Zwei Jahre später zerbrach auch ihre Ehe.

Diese Erfahrungen machten seine Musik noch intensiver. Wer genau hinhört, spürt in vielen seiner Balladen den Schmerz eines Mannes, der viel verloren hat – und trotzdem weitermachte.

Prince-Gedenken 2026: Zehn Jahre nach seinem Tod wird er neu entdeckt

2026 lebt sein Vermächtnis besonders sichtbar weiter. Der Radiosender 80s80s widmet dem Ausnahmekünstler eine ganze Themenwoche zum zehnten Todestag. In Berlin ehren Aaron Levin Harder und die Rico Lee Family Band den Musiker mit einem Live-Konzert. In den USA pilgern Fans nach Paisley Park, das heute als Museum zugänglich ist. Und kuratierte Frühlings-Playlists holen Songs wie „Raspberry Beret" zurück in die Gegenwart.

Besonders beeindruckend: Auf TikTok und in Serien-Soundtracks tauchen seine Songs immer wieder auf – und zwar nicht als Retro-Zitat, sondern als aktueller Pop-Moment. Eine ganze neue Generation entdeckt gerade, was die ältere schon lange weiß.

Prince-Musik bleibt zeitlos: Warum sie alle Generationen berührt

Seine stilistische Bandbreite reichte von Funk über Rock, R&B, Soul bis hin zu Blues und Jazz. Bei den meisten Aufnahmen spielte er alle Instrumente selbst – ein Ausnahmetalent, das auch zehn Jahre nach seinem Tod niemand ersetzen konnte. 2004 wurde er in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Sein legendärer Super-Bowl-Auftritt 2007 gilt bis heute als beste Halbzeitshow aller Zeiten.

In seinem Archiv, dem sogenannten „Vault" in Paisley Park, lagern noch immer unveröffentlichte Aufnahmen. Fans hoffen seit Jahren auf Deluxe-Editionen und neue Alben aus diesem Schatz. Klar ist schon heute: Prince wird uns auch in den kommenden Jahren noch begleiten – als Künstler, dessen Werk niemals wirklich abgeschlossen sein wird.

Ruhe in Frieden, Prince

Zehn Jahre sind vergangen, und doch fühlt es sich an, als hätte er nie aufgehört zu singen. Seine Musik ist das schönste Denkmal, das sich ein Künstler wünschen kann. Ruhe in Frieden, Prince Rogers Nelson – die Welt vergisst dich nicht.