Sängerin Ella Endlich (42) erlebt derzeit zwei sehr unterschiedliche Welten: Familienalltag mit ihrem kleinen Sohn und das Leben auf der Bühne. Im Gespräch mit „t-online“ beschreibt sie, wie eng beides inzwischen zusammengehört und wie sehr sich zugleich die Schlagerbranche verändert hat.

Ella Endlich spricht über Familie und Bühne

Die Musikerin, die 2023 Mutter wurde, spricht über Windeln, Wutausbrüche am Morgen und Glitzeroutfits am Abend. Gerade dieser Kontrast zeigt, wie viel Organisation hinter ihrem Alltag steckt. Parallel wächst im Musikgeschäft der Druck, sichtbar zu bleiben und sich gegen immer mehr Konkurrenz zu behaupten.

Für Ella Endlich sind Mutterrolle und Karriere kein Widerspruch, auch wenn sie selbst von zwei völlig verschiedenen Lebensbereichen spricht. Mal sitzt sie zu Hause auf dem Sofa, mal steht sie kurz darauf vor Tausenden Menschen auf der Bühne. Besonders wichtig ist ihr dabei die Unterstützung ihres Umfelds.

Auch ihre geplante Zusammenarbeit mit Circus Roncalli spielt in diesem Zusammenhang eine große Rolle, weil ihre Familie sie ins Ruhrgebiet begleiten soll. Dass Veranstalter und Redaktionen beim Thema Familie kollegial reagieren, empfindet sie als große Hilfe in einem Beruf, der viel Flexibilität verlangt.

Weniger Schlagershows erhöhen den Druck

Deutlich ernster wird es beim Blick auf das Fernsehen. Ella Endlich macht klar, dass Auftritte bei Florian Silbereisen (44) oder Giovanni Zarrella (48) heute deutlich schwerer zu bekommen sind als früher.

„Es gibt weniger Schlagershows als früher, die Budgets der Fernsehanstalten für den Bereich Unterhaltung werden kleiner und entsprechend begehrt sind die wenigen TV-Auftritte“, so Ella Endlich laut „t-online“.

Für sie sei Fernsehen weiterhin zentral, weil sich ihre Musik dort besonders gut transportieren lasse. Der Rückgang großer Formate verschärft damit den Wettbewerb um jene Plätze, die für Reichweite und Präsenz besonders wichtig bleiben.

Auch Popstars drängen in die großen Shows

Der Konkurrenzkampf betrifft längst nicht mehr nur den Schlager. Weil Pop- und Rockkünstler im Fernsehen immer seltener eigene Musikformate finden, zieht es sie ebenfalls in die großen Unterhaltungsshows. Ella Endlich beschreibt diese Entwicklung mit einem klaren Satz.

„Entertainment wird heute viel breiter gedacht. Es gibt mehr Crossover, verschiedene Musikrichtungen treffen aufeinander“, sagte Ella Endlich. Für Schlageracts bedeutet das zusätzliche Konkurrenz um ohnehin knappe Sendeplätze. Gleichzeitig zeigt die Entwicklung, wie stark sich Musiksendungen verändert haben.

Nostalgie bleibt für den Schlager ein wichtiger Faktor

Trotz aller Veränderungen sieht Ella Endlich das Genre nicht am Ende. Sie betont, dass der Schlager im Vergleich zu anderen Musikrichtungen noch immer relativ stark dastehe und ein treues Publikum habe. Zugleich beobachtet sie, dass Partyschlager derzeit sehr präsent ist, während viele Menschen wieder nach zeitlosen Liedern suchen.

Klassiker würden neu gehört, weil sie Bestand haben. Kritisch blickt sie eher auf die Qualität mancher Texte und wünscht sich mehr kreative Ideen. Für sie entscheidet am Ende nicht das Alter über den Erfolg, sondern ob Künstler etwas zu sagen haben und starke Songs mitbringen.