In TV-Shows wirkt die Schlagerbranche oft wie eine große Gemeinschaft: Duette, Umarmungen und freundliche Worte vor laufender Kamera. Sänger Nino de Angelo (62) hat dieses Bild nun deutlich infrage gestellt. Im Podcast „Wondermom“ von Natascha Ochsenknecht (62) sprach er über Neid, Missgunst und eine Fassade, die aus seiner Sicht viele Kolleginnen und Kollegen aufrechterhalten.
Nino de Angelo nennt die Harmonie oft nur Fassade
Sein Urteil fiel klar aus: „Alles verlogen“. De Angelo sagte, die heile Welt des Schlagers werde häufig nur vorgespielt, während Konflikte und Spannungen hinter verschlossenen Türen stattfänden. Der Musiker schilderte, dass viele in der Branche großen Wert auf ein möglichst positives und charismatisches Bild nach außen legten. Für ihn sei das nie der richtige Weg gewesen.
„Sagen wir mal so: Ich denke mal, dass die heile Welt halt vorgegaukelt wird. Aber in der Schlagerwelt geht die Post ab – halt hinter verschlossenen Türen und nicht so offensichtlich. Weil man könnte ja ein schlechtes Image bekommen“, so Nino de Angelo laut t-online. Er habe nie einsehen wollen, warum er sich verstellen solle, nur um mehr Platten oder CDs zu verkaufen.
Roy Black blieb de Angelo in Erinnerung
De Angelo verband seine Kritik auch mit persönlichen Erinnerungen an frühere Stars. Er nannte Rex Gildo (†63) und Roy Black (†47) als Beispiele dafür, wie sehr Künstler unter dem Druck leiden könnten. Roy Black hatte er nach eigenen Angaben zunächst als Kind in der „ZDF-Hitparade“ verfolgt und später selbst kennengelernt.
Besonders eine gemeinsame Autofahrt zu einer Fernsehsendung blieb ihm im Gedächtnis. Damals saß er als Newcomer auf dem Rücksitz, während Black telefonierte, schlechte Laune bekam und ankündigte, auf der Autobahn aussteigen zu wollen.
Der Sänger über Neid und Häme unter Kollegen
Auch über seine eigenen Erfahrungen mit Missgunst sprach der 62-Jährige ausführlich. Er sagte, viele hätten seinen Erfolg trotz seines wilden Lebensstils nur schwer akzeptiert. Manche Kollegen seien verärgert gewesen, weil er sich nicht an Regeln gehalten habe, keine stundenlangen Autogrammrunden machte und trotzdem Erfolg hatte.
Als seine Karriere schwächere Phasen erlebte, habe er wenig Mitgefühl gespürt. Stattdessen habe er sich Sätze anhören müssen wie, mit seiner Stimme hätte jemand anderes eine Weltkarriere gemacht. Nach seiner Darstellung wussten andere stets alles besser.
Rex Gildo und Roy Black als warnende Beispiele
Im Gespräch machte de Angelo auch deutlich, dass fehlende Authentizität aus seiner Sicht Folgen haben kann. Wer sich dauerhaft verbiege, zahle dafür einen hohen Preis. Er erinnerte sich an Roy Black als einen Menschen mit zwei Seiten: humorvoll nach ein paar Bier, sonst oft bedrückt.
Die Begegnung im Auto habe ihn damals stark irritiert, weil er dort einen sehr unglücklichen Mann erlebt habe, wie Abendzeitung-muenchen berichtet. Mit dem Verweis auf Black und Rex Gildo verknüpfte er seine grundsätzliche Kritik an einer Branche, die nach außen oft geschlossener wirkt, als sie für ihn tatsächlich war.
Quellen: t-online, abendzeitung-muenchen.de, KI-unterstützt