Donald Trump steht nach einer Reihe drastischer Aussagen erneut massiv in der Kritik. Der US-Präsident sprach zuletzt von der Vernichtung einer „ganzen Zivilisation“, griff kurz darauf sogar den Papst an und stellte sich in einem KI-Bild selbst als Jesus dar. Damit hat sich die Debatte um seinen geistigen Zustand weiter verschärft.
Nicht nur politische Gegner äußern Zweifel, sondern inzwischen auch frühere Weggefährten und Stimmen aus dem konservativen Lager. Im Zentrum steht die Frage, wie stabil die Führung der Vereinigten Staaten in einer angespannten internationalen Lage noch wirkt.
Stephanie Grisham nennt Trump „offensichtlich nicht gesund“
Besonders deutlich wurde Ex-Pressesprecherin Stephanie Grisham, die schon während Trumps erster Amtszeit eng an seiner Seite arbeitete. Nach einer weiteren Drohung gegen den Iran schrieb sie auf X, Trump sei „offensichtlich nicht gesund“.
Zuvor hatte der 79-Jährige auf Truth Social erklärt, eine „ganze Zivilisation“ könne noch in derselben Nacht sterben. Grisham warf dem Kongress vor, zu schweigen: „Wo ist die Führung im Kongress? Er ist offensichtlich nicht gesund – und ich sage das nicht gerne – und ihr seid nirgendwo zu finden.“
Weiter hieß es von ihr: „Das ist nicht einfach nur 'Trump ist eben Trump' und das wisst ihr alle.“ Auf diese Aussagen reagierte auch das Weiße Haus und das in gewohnter Trump-Manier. Eine Sprecherin ließ gegenüber „Daily Beast“ verlauten: „Stephanie Grisham wollte schon immer eine großartige Pressesprecherin sein, ist aber kläglich gescheitert, und das weiß jeder.“
Marjorie Taylor Greene und Alex Jones gehen auf Distanz
Bemerkenswert ist auch, dass die Kritik längst nicht mehr nur aus dem demokratischen Lager kommt. Die republikanische Abgeordnete Marjorie Taylor Greene brachte gegenüber CNN offen den 25. Verfassungszusatz ins Spiel, der die Entmachtung eines Präsidenten bei Amtsunfähigkeit regelt.
Auch Podcasterin Candace Owens und Verschwörungsideologe Alex Jones attackierten Trump ungewöhnlich hart. Selbst frühere Mitarbeiter meldeten sich zu Wort: Der ehemalige Anwalt des Weissen Hauses Ty Cobb bezeichnete ihn als „einen Mann, der eindeutig wahnsinnig ist“, wie „The Irish Times“ berichtet. Damit wächst der Druck auch aus Kreisen, die ihm früher nahestanden.
Wirre Auftritte und drastische Posts nähren die Debatte
Zusätzliches Futter erhält die Diskussion durch immer neue bizarre öffentliche Auftritte. Trump schweift bei Reden häufig ab, vermischt Länder und historische Fakten und verliert sich in langen Gedankensprüngen. Dazu kommen aggressive Posts gegen Kritiker, in denen er frühere Unterstützer als „Idioten“ und „Unruhestifter“ beschimpfte. Das Weiße Haus weist alle Vorwürfe zurück und beschreibt Trump stattdessen als energiegeladen, scharf und strategisch handelnd.