Schauspielerin Christina Applegate gewährt derzeit tiefe Einblicke in ihr Leben mit Multipler Sklerose – und macht dabei deutlich, wie sehr die Krankheit ihren Alltag verändert hat. 2021 teilte sie öffentlich ihre Diagnose und schrieb damals an ihre Follower, die vergangenen Monate seien „eine seltsame Reise“ gewesen. Sie betonte, wie sehr sie der Austausch mit anderen Betroffenen stützt, auch wenn der Weg „hart“ sei.
Schon Jahre zuvor hatte sie erste Symptome bemerkt, doch erst am Set der Netflix-Serie „Dead to Me“ wurde ihr Ausmaß für sie wirklich sichtbar, wie sie exklusiv im Interview mit People berichtet.
Christina Applegate erinnert sich an erste Symptome am Set
Rückblickend glaubt die Schauspielerin, dass ihre MS-Reise bereits „vor sechs oder sieben Jahren“ begonnen hat. Besonders während der ersten Staffel von „Dead to Me“ sei ihr aufgefallen, dass ihr Bein beim Drehen plötzlich nachgab. „Ich habe es einfach darauf geschoben, dass ich müde bin, dehydriert oder es am Wetter liegt“, erklärte sie im März 2024 in „Good Morning America“.
Zwischen den Schüben habe sie monatelang nichts gespürt und die Warnsignale verdrängt. Später, in der dritten und letzten Staffel, musste sie im Rollstuhl ans Set gebracht werden, weil sie sich kaum noch eigenständig fortbewegen konnte, wie People Magazine zusammenfasst.
Letzte große Rolle und Abschied von der Kamera
Für die Dreharbeiten der finalen „Dead to Me“-Staffel brauchte Christina Applegate am Set viel Unterstützung. „Ich konnte mich nicht weit bewegen, also musste ich es allen sagen, weil ich Hilfe brauchte“, erinnerte sie sich. In einem Interview mit „Vanity Fair“ erklärte sie 2023, dass die Serie wohl ihr letzter Auftritt vor der Kamera gewesen sei.
Sie könne sich aktuell nicht vorstellen, wieder ein Set zu betreten. Zugleich zeigte sie große Dankbarkeit für ihre Kollegin Linda Cardellini, die sie als eine der beeindruckendsten Schauspielerinnen und wichtigsten Menschen in ihrem Leben bezeichnete.
„Ich lebe irgendwie in der Hölle“ – Alltag mit MS
Christina Applegate beschreibt ihren Alltag mit MS ohne Beschönigung. In einer US-Talkshow sagte sie über die Krankheit: „Es ist furchtbar, ich werde nicht lügen.“ Niemand mit MS würde behaupten, das sei „das Beste, was ihm je passiert“ sei. Gegenüber „Good Morning America“ erklärte sie im März 2024: „Ich lebe irgendwie in der Hölle.“
Dennoch hofft sie, irgendwann wieder etwas besser funktionieren zu können. Derzeit ziehe sie sich stark zurück und verlasse das Haus nur selten, weil selbst einfache Wege und soziale Situationen für sie extrem anstrengend geworden sind, wie sie People erzählt.
Mutterrolle, Tochter Sadie und schonungslose Ehrlichkeit
Besonders schmerzhaft ist für Christina Applegate, wie sehr ihre Erkrankung die Beziehung zu ihrer 15-jährigen Tochter Sadie beeinflusst. „Ich will sie zur Schule und zu ihren Aktivitäten bringen, das ist meine Lieblingsbeschäftigung“, sagte sie im Gespräch mit People Magazine. Oft zwingt sie sich, Sadie zu fahren, um danach sofort wieder ins Bett zu gehen.
In ihrem Podcast „MeSsy“ erzählte sie, ihre Gesundheit habe Sadie „gebrochen“, weil das Mädchen sie früher als aktive, sportliche Mutter kannte. Gleichzeitig zeigt Sadie heute große Fürsorge, stützt ihre Mutter beim Gehen und hilft ihr im Alltag. Christinas kommende Memoiren „You With the Sad Eyes“ sollen genau diese schonungslose Ehrlichkeit über Schmerz, Familie und Zusammenhalt festhalten.