Der Fall um den Tod von Matthew Perry hat in Los Angeles ein weiteres juristisches Kapitel erreicht. Der persönliche Assistent des „Friends“-Stars, Kenneth Iwamasa, wurde zu einer Haftstrafe verurteilt, nachdem er dem Schauspieler Ketamin verabreicht hatte. Perry war im Oktober 2023 tot in seinem Whirlpool im Garten gefunden worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte Iwamasa gemeinsam mit zwei Ärzten in den Wochen vor dem Tod des 54-Jährigen Drogen im Wert von mehr als 50.000 Dollar beschafft, obwohl er keine medizinische Ausbildung hatte.
Kenneth Iwamasa erhält Haftstrafe und Geldstrafe
Kenneth Iwamasa bekannte sich im August 2024 schuldig, sich an einer Verschwörung zur Verteilung von Ketamin beteiligt zu haben, die zu Perrys Tod führte. Dafür wurde er nun zu 41 Monaten Gefängnis verurteilt, dazu kommen zwei Jahre unter Aufsicht nach der Haft und eine Geldstrafe von 10.000 Dollar. Wie BBC berichtet, muss er seine Strafe ab dem 17. Juli antreten. Die Tochterin verwies bei der Urteilsverkündung darauf, dass Iwamasa von Perrys Suchtproblemen wusste und nach dessen Tod Beweise versteckt haben soll.
Matthew Perrys Familie erhebt schwere Vorwürfe
Im Gerichtssaal wandte sich Iwamasa an die Angehörigen des Schauspielers und bat um Verzeihung. „Es tut mir allen von Herzen leid. Ich habe illegale Dinge getan, die ich für immer bereuen werde. Ich werde das mit ins Grab nehmen“, sagte Kenneth Iwamasa laut NBC News. Die Familie reagierte mit deutlichen Worten. Perrys Mutter Suzanne Morrison schrieb, Iwamasas wichtigste Aufgabe sei es gewesen, ihren Sohn in seinem Kampf gegen die Sucht zu schützen und drogenfrei zu halten. Stattdessen habe er den illegalen Konsum unterstützt und neue Bezugsquellen organisiert.
Richterin nennt Verhalten am Todestag rücksichtslos
Besonders schwer wog vor Gericht, dass Iwamasa Perry wiederholt selbst injiziert hatte, auch am Tag seines Todes. Medizinische Gutachter kamen zu dem Schluss, dass Perry an den akuten Auswirkungen von Ketamin starb, wobei Ertrinken als mitwirkender Faktor genannt wurde. Die Richterin machte deutlich, dass Iwamasa die negativen Folgen gesehen habe und dennoch weitermachte. Sie bezeichnete sein Verhalten am Todestag und in den Tagen davor als rücksichtslos. Hinzu kam der Vorwurf, er habe nach dem Tod des Schauspielers Beweise beseitigt und die Polizei mehrfach belogen.
Weitere Verurteilungen im Fall um Matthew Perry
Mit dem Urteil gegen Iwamasa ist der letzte von fünf Angeklagten in diesem Komplex verurteilt worden. US-Behörden werfen der Gruppe vor, Perrys Suchterkrankung ausgenutzt und aus Profitinteresse Ketamin geliefert zu haben. Bereits zuvor wurden mehrere Beteiligte bestraft. Perrys Halbschwester Madeline Morrison machte in ihrem Schreiben an das Gericht klar, dass sie Iwamasa für besonders verantwortlich hält, weil er die tödliche Dosis besorgt, verabreicht und ihren Bruder allein zurückgelassen habe.